Formel 1

Sieg um jeden Preis - Wurz: Teams dürfen nicht über Regeln entscheiden

Ideen, um die F1 wieder interessanter zu gestalten, gibt es zuhauf. Doch erst kürzlich haben sich die Teams einmal mehr quer gestellt.
von Haris Durakovic

Motorsport-Magazin.com - Zum Monaco Grand Prix hat die Fahrergewerkschaft GPDA eine groß angelegte Umfrage gestartet, die sich an die Basis des Sports wandte: den Zuschauer. Der Anlass liegt auf der Hand: Das Spektakel fehlt, die Fahrer selbst beschweren sich darüber, dass die Autos zu langsam sind.

Ex-Formel-1-Pilot Mark Webber, der nach seinem Aus bei Red Bull in die WEC gewechselt ist, hat diesbezüglich eine klare Meinung: "In den Jahren 2005, 2006 und 2007 war die Formel 1 etwas Besonderes. Aber in den letzten Jahren haben sich die beiden Serien immer mehr angenähert."

Wir sind qualifziert, eine F18 zu pilotieren, fliegen aber stattdessen eine Lufthansa-Maschine.
Mark Webber

Dazu hat der Australier auch eine passende Metapher: "Ich sagte einmal zu Paul Hembery 'Wir sind qualifziert, eine F18 zu pilotieren, fliegen aber stattdessen eine Lufthansa-Maschine'."

Nun wurde eine Änderung, die von der Öffentlichkeit begrüßt worden ist, von den Teams mittlerweile abgelehnt: das Nachtanken. GPDA-Präsident Alexander Wurz ist das ein Dorn im Auge: "Die Teilnehmer sind ambitioniert und wollen um jeden Preis gewinnen. Jedes Team lässt die Muskeln spielen und dabei ist klar, dass es keine Übereinkunft geben kann."

Und Wurz geht noch weiter: "Warum sollten die Teilnehmer über die Regeln entscheiden? Das wäre so, als ob Lance Armstrong jeden Tag in der Tour de France Zeitfahren fordere, während Marco Pantani eine Gipfelankunft möchte." Alles in allem steht der Österreicher dem Produkt Formel 1 wohlgesonnen gegenüber, auch wenn es der Weiterentwicklung der Serie eine führende Hand bedürfe.


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