Liebe motorsport-magazin.com Leserinnen und Leser,
In Barcelona bin ich noch nicht mit dem neuen Aerodynamikpaket gefahren. Ich habe dafür ein paar andere Dinge getestet und war sehr zufrieden. Ich kenne natürlich Barcelona sehr gut und meine Zeiten waren von Beginn an schnell. Das war sehr wichtig für mich und das Team, vor allem im Vergleich zu Baumgartner und Bruni. Ich war sogar schneller als Baumgartner und hatte nur zwei Zehntel auf Bruni verloren – beide fuhren jedoch mit dem neuen Aerodynamikpaket, welches pro Runde acht Zehntel ausmacht!
Bisher bin ich immer einen Run von sieben Runden gefahren, aber für Barcelona änderten wir das und ich fuhr 13 Runden am Stück. Das habe ich zweimal gemacht und dabei beide Reifenmischungen getestet. Wir konnten so sehen, wie sich die Reifen verhalten und wie hoch der Verbrauch ist. Ich habe dabei auch sehr viel gelernt, weil es das erste Mal war, dass ich so viele Runden am Stück gefahren bin.
Im Rennen sind dann leider beide Fahrer durch Fehler ausgeschieden. Allgemein ist die Ausfallrate im Vergleich zu den letzten Jahren zurückgegangen. In Australien und Bahrain hatten wir Probleme mit dem Motor, aber daran hat Cosworth gearbeitet und für Imola war wieder alles in Ordnung. In Barcelona lief es ebenfalls gut, nur ist es dann schade, wenn beide Fahrer ausfallen.
Ich gehe davon aus, dass Michael Schumacher auch in Monaco vorne sein wird. Zwar hat Ross Brawn gesagt, dass Michelin auf einer Runde sehr schnell ist und die Michelin-Piloten im Qualifying weit vorne landen könnten, aber Michael hat gezeigt, dass er mit Bridgestone auch eine sehr schnelle Runde fahren kann. Er ist oft auf Pole oder in die erste Reihe gefahren. Das wird auch für Ferrari kein Problem sein, wenn das ganze Feld blockiert wird. Durch die Strategien kann sich einiges ändern. Oft war es so, dass die Michelin-Fahrer Sprit für acht oder zehn Runden mitgenommen haben. Ferrari dagegen für 14 Runden. Sie haben also vier freie Runden, um die Führung zu erobern. Aber Ross Brawn weiß das auch – er will ein bisschen für Spannung sorgen und McLaren und Williams Hoffnung machen. Ferrari wird natürlich vorne sein.
Ich bin bisher vier Mal in Monaco gefahren. Es ist eine sehr schöne Strecke. Neben dem üblichen Programm werde ich neue Unterbodenteile testen und hoffe, dass ich mit dem neuen Aerodynamikpaket fahren werde. Ich glaube aber schon. Dazu werde ich weiter lernen. Ich bin zwar schon viel gefahren, aber so viel Erfahrung habe ich dann doch noch nicht: Vier Mal zwei Stunden habe ich absolviert. Ich brauche also mehr Kilometer.
Den Freitag haben die Teams in Monaco frei. Für mich wird es das erste Mal so sein, denn in der F3000 hat man am Freitag getestet. Den Teams bleibt also mehr Zeit, um die Autos zu präparieren. Ferrari testet am Freitag noch gerne in Fiorano, um dann für den Samstag neue Teile einfliegen zu lassen. Es ist alles ein bisschen anders und man hat mehr Zeit. Ich komme nur nach Monaco, um Rennen zu fahren. Ich habe dort keine Wohnung. Die Strecke ist okay, aber der Rest ist nicht so mein Ding. Für andere ist es anders, etwa die Sponsoren, aber ich möchte hier meinen Job machen.
Anfang Juni geht es dann mit unserem Doppelsitzerprogramm nach Südafrika. Dort werden wir einige Runden drehen. Das gleiche gibt es dann im Juli am Hungaroring und im August geht es im Rahmen des 10-jährigen Endes der Apartheid wieder nach Südafrika. Im weiteren Verlauf des Jahres stehen dann noch einige Runden in Donington auf dem Programm.

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