Liebe motorsport-magazin.com Leserinnen und Leser,
Es ist schon toll mit einem normalen Auto durch Monaco zu fahren, aber mit einem Formel 1 Auto ist es noch viel interessanter und spektakulärer! 800 PS und dann durch so schmale Straßen – das ist einfach super. Vielleicht kann man das am Fernseher nicht so sehen, aber es geht oft rauf und runter und dazu ist der Tunnel klasse. Allerdings ist der Tunnel nicht ohne Gefahr, wie wir bei Ralf und Alonso gesehen haben. Wenn etwas schief geht, landet man sofort in der Mauer. Aber es ist ein super Gefühl. Am Samstag bin ich mit einem niederländischen Journalisten ganz neben die Strecke gegangen, um mir alles anzuschauen. Es ist unglaublich schnell, wie gefahren wird. Man könnte sagen, dass alle ein bisschen verrückt sind.
Mit dem Training war ich zum ersten Mal nicht so zufrieden. Wir hatten von Anfang an Probleme und in den letzten 20 – 25 Minuten des ersten freien Trainings bin ich gar nicht mehr gefahren, weil wir ein Problem mit der Rollbar, einem mechanischen Bindestück zwischen linker und rechter Aufhängung, welches die Rollwege der Reifen egalisiert, hatten. Das war dann nicht so toll, denn gerade in Monaco ist es wichtig viele Runden mit einem F1-Auto zu drehen. In der zweiten Stunde bin ich dann etwas mehr gefahren und habe zwei, drei verschiedene Dinge getestet, die für Monaco aber nicht so gut waren. Das Auto war ziemlich nervös und mal hatte ich Untersteuern und mal Übersteuern. Das wirkte sich nicht gut auf die Zeiten aus. Ich war also nicht so zufrieden, denn ich hatte gehofft, dass mein Auto schön ausbalanciert ist.
Hinzu kam, dass ich nicht mit dem neuen Aerodynamikpaket gefahren bin und nicht über den dritten Dämpfer am Auto verfügte. Der Grund ist, dass in Monaco viel passieren kann und Minardi nicht genügend Ersatzteile hatte. Obwohl ich nicht so zufrieden war, war das Team ganz zufrieden. Jeder wusste, was genau los war und wir haben viel gelernt.
Dieses Jahr bin ich zwar Testfahrer, aber im Herzen bin ich doch ein Rennfahrer. Es ist nicht immer möglich hart zu fahren, aber auf dem Nürburgring werde ich voll drauf halten! Am Anfang habe ich alles ruhig angegangen. Ich war in Imola und Barcelona schnell, aber konservativ, um das Auto kennenzulernen. Nun werde ich Vollgas geben, aber ohne zu hohe Risiken einzugehen. Ich hoffe natürlich die gleichen Chancen wie meine Teamkollegen zu haben.
Auf dem Nürburgring kenne ich nur die neue Passage nach Start/Ziel nicht. In der Formel 3 bin ich 1997, als Nick Heidfeld noch dabei war, im zweiten Rennen auf die Pole Position gefahren und 1998 bin ich dort, ebenfalls nach der Pole, deutscher Formel 3 Meister geworden. Ich habe also sehr gute Erinnerungen an die Rennstrecke. Danach bin ich auch mal in der F3000 auf dem Nürburgring gefahren, aber da lief es nicht so gut.
Da die Strecke nicht weit von meinem Zuhause entfernt ist, werde ich am Donnerstagmorgen zum ersten Mal mit dem Auto hinfahren können. Gegen 10 – 11 Uhr werde ich dann ankommen. Allerdings gibt es ein Problem: Ich habe momentan kein Auto. Und von Ford gibt es nur welche für die Leute des Jaguar F1 Teams.
Nochmals zurück zu Monaco: Wenn dort am Start etwas schief geht, dann passiert im Rennen immer einiges. Ich sagte nach dem Startabbruch in der Minardi-Box: "Das ist ein guter Beginn für ein spektakuläres Rennen." Warum weiß ich nicht, aber es geht dann immer einiges schief. Vielleicht war es auch, weil Michael Schumacher nicht so weit vorn war und die Fahrer nervös waren. Sie witterten ihre Chance Michael zu schlagen und gingen mehr Risiko ein. Hoffentlich werden wir auch auf dem Nürburgring ein spannendes Rennen sehen.
Den Montag habe ich ruhig angegangen und am Dienstag und Mittwoch werde ich trainieren und habe außerdem zwei Sponsorentermine. Ich weiß aber noch nicht, welche Sponsoren präsentiert werden. Mein Manager sagte nur, dass ich mich um meinen Job kümmern soll und er macht den Rest. Donnerstag geht es dann zum Nürburgring.

diese Formel 1 Kolumne