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Herzlichen Glückwunsch an Jarno Trulli für das Erreichen seines ersten Sieges, welchen er mit einer makellosen Bilanz einfahren konnte: Pole Position und Rennsieg. Dahinter überschlugen sich allerdings die Ereignisse. Wobei drei Szenen nachhaltig unter die Lupe genommen und ausgiebig analysiert werden wollen.

Zunächst der kapitale Motorschaden von Takuma Sato, welcher in der Folge den Crash von Giancarlo Fisichella auslöste, der in den weiteren Ereignissen dieses spannungsgeladenen Grand Prix fast völlig unterging. Von Seiten des Teams hätte man hier Takuma Sato sicherlich etwas früher hereinholen müssen. Denn der Motorschaden muss sich schon vorher in der Telemetrie angedeutet haben und was Sato damit heraufbeschworen hat war dramatisch bis lebensgefährlich.

Das Giancarlo Fisichella einen solchen Aufschlag auf der Leitplanke unverletzt überlebt hat, grenzt schon an sehr viel Glück, wobei die Sicherheitsvorkehrungen der modernen Formel 1 dem Italiener sicherlich das Leben gerettet haben. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn der Römer mit dem Kopf auf die Leitplanken aufgeschlagen wäre.

Die Tatsache, dass Coulthard in dieser Szene so nachhaltig verzögert hat ist absolut verständlich. In einer solchen Situation auf einem Straßenkurs wie Monaco, wo man zudem aufgrund des vielen Rauchs nichts sieht, ist Coulthard absolut unschuldig. Ich glaube, dass B·A·R hier einfach hätte reagieren müssen. Sie hätten Sato aus dem Rennen nehmen müssen. Auf der anderen Seite können wir uns noch lebhaft daran erinnern, dass David Coulthard vor einigen Jahren schon einmal einen Grand Prix mit einem rauchenden McLaren zu Ende gefahren hat.

Die nächste Situation die für viel Gesprächsstoff sorgte ist die Kollision zwischen Ralf Schumacher und Fernando Alonso. Hier muss Williams anhand seiner Telemetriedaten klar belegen, dass Ralf Schumacher im Tunnel kein Gas gegeben hat als Alonso neben ihm war. Insgesamt ist es für Ralf natürlich auch etwas unglücklich gelaufen, aber die Reaktion des Spaniers in internationaler Zeichensprache ist durchaus verständlich, weswegen ich den Zwischenfall als Rennunfall bezeichnen würde.

Die dritte aufregende Szene des Grand Prix, welche diese beiden schweren Crashes aufgrund ihrer Brisanz noch einmal um ein Vielfaches überlagert, ist natürlich der Vorfall zwischen Michael Schumacher und Juan Pablo Montoya eingangs des Tunnels.

Wenn hier nicht diese unübersehbare Bremsspur an Michael Schumachers linkem Vorderrad gewesen wäre, dann würde ich auch hier zu einem klaren Rennunfall tendieren. Doch so neige ich nach mehrfachem Studium der Fernsehbilder dazu, dass Michael Schumacher einfach einen Fehler gemacht hat.

Deswegen gilt aus meiner Sicht hier nicht die Regel: Wer auffährt ist schuld. Denn Montoya konnte ja nicht mehr weiter nach rechts ausweichen. Dass der Champion so aus dem Rennen gerissen wurde ist natürlich unglaublich dramatisch, was bis zum nächsten Rennen am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring aber auch noch für viele Diskussionen sorgen wird.

Nachträglich muss aber auch festgehalten werden, dass Michael Schumacher dieses Rennen auch ohne seinen Ausfall nicht gewinnen hätte können. Denn während Jarno Trulli und Jenson Button in der Safety-Car-Phase in die Box kamen, wäre Schumachers Taktik unter "grün" zu tanken nicht aufgegangen. Somit wäre er höchstens Dritter geworden.

Die Entscheidung in der Safety-Car-Phase nicht zu tanken liegt natürlich darin begründet, dass beide Ferrari zu diesem Zeitpunkt noch zu viel Sprit mit an Bord hatten, weshalb den Roten diesmal das Glück nicht in die Hände spielte und man ganz fest davon ausgehen kann, dass Michael Schumacher diesen Grand Prix nicht gewonnen hätte.

Einige WM-Zähler wären allerdings sehr wohl drin gewesen, weswegen mir nicht ganz klar ist, warum er nach dem Ausfall so sauer war. Sein Punktepolster ist auf jeden Fall mehr als nur beruhigend. Vielleicht ging es aber auch darum diesen prestigeträchtigsten aller Grand Prix im Fürstentum zu Monaco zu gewinnen.

Dieser Triumph beim Jahreshighlight im Reich der Schönen und Reichen gehört in diesem Jahr aber klar den Franzosen von Renault, die ohne Alonsos Unfall sogar einen unangefochtenen Doppelsieg hätten feiern können. Der Renault war einfach das stärkste Auto und der Ferrari war den Gelb-Blauen auch auf die Renndistanz gesehen unterlegen.

Michael Schumachers Qualifyingrunde erweist sich im Nachhinein allerdings als eine Traumrunde. Wer mit so viel Gewicht eine 1:14.5 fahren kann muss zweifellos ein verdammt guter Rennfahrer sein.

Fisichella wäre nachträglich betrachtet sicherlich Vierter geworden, da seine Rennpace eindeutig besser als jene der McLaren war, welche aber ohnehin wieder einmal vorzeitig ausschieden. Juan Pablo Montoyas Strategie erwies sich unterdessen als Flop. Der Kolumbianer war jederzeit zu langsam und Ralf Schumacher kann nichts dafür, dass er hier letztlich mit einem Getriebedefekt ausfiel.

Insgesamt habe ich an diesem Wochenende bei meinem zehnjährigen Formel 1-Jubiläum den spannendsten Monaco Grand Prix gesehen, bei dem alles was ich bisher im Fürstentum gesehen habe in den Schatten gestellt wurde. Nach diesem packenden Rennen freue ich mich deswegen schon jetzt auf den nächsten Grand Prix auf dem Nürburgring am kommenden Wochenende, wo Michael Schumacher wohl wieder das beste Paket besitzen sollte.

Nichtsdestotrotz gelten die Glückwünsche der F1Welt bis dahin Jarno Trulli und Renault, die ein fantastisches Rennen abgeliefert haben. So macht die Formel 1 Spaß. Spannung ist einfach durch nichts zu ersetzen und die Formel 1 ist nach wie vor das Schönste auf der Welt.