Liebe motorsport-magazin.com-User,
Es ist dieser Tage schwer einen Artikel zu finden, welcher nicht mit den Worten "fünftes Rennen, fünfter Sieg" beginnt. Also bleibt auch mir nichts anderes übrig als zuzugeben: Fünftes Rennen, fünfter Sieg. Michael Schumacher ist der rote Regent der Formel 1.
Und so nimmt eine unglaubliche Serie auch weiterhin ihren Lauf und ich halte es mehr als für möglich, dass Michael Schumacher in der Tat alle Rennen gewinnen kann.
Neben seiner persönlichen Topform zählt natürlich auch die Performance des Teams sowie des Reifenpartners Bridgestone, der für mich auf jedem Streckentyp, bei jeder Temperatur und unter allen Bedingungen den besseren Reifen besitzt. Seitdem die Japaner auf eine breitere Vorderreifenvariante à la Michelin umgestellt haben, läuft es bei Ferrari und der F2004 scheint einfach immer optimal eingestellt und ausbalanciert zu sein.
Während Ferrari also immer das Optimum aus seinem Paket herausholen kann, kommt beängstigend noch hinzu, dass auch Rubens Barrichello mit einer Zweistoppstrategie ohne Reifenprobleme auf den zweiten Platz fahren konnte.
Wenn Michael Schumacher hinter Jarno Trulli hängen geblieben wäre, dann hätte der Brasilianer sogar eine Mini-Chance auf den Sieg gehabt. Dies wiederum verdeutlicht, wie überlegen Ferrari ist. Und wenn wir auf die Zeitenabstände blicken, dann erkennen wir, dass McLaren Mercedes zwei Sekunden und BMW-Williams rund 1,5 Sekunden pro Runde fehlen. Und das sind Welten in der Formel 1, welche auch durch intensives Testen nicht mehr aufzuholen sein dürften.
Bei den anderen beiden Verfolgern scheint Renault insgesamt auf die gesamte Saison gesehen nicht stark genug zu sein und B·A·R Honda präsentiert sich zu Form schwankend, um Ferrari am totalen Doppelerfolg bei den Konstrukteuren und in der Fahrerwertung zu hindern.
Entsprechend "graut" es mir vor dem Sommertestverbot, aufgrund dessen die Konkurrenz überhaupt nicht mehr aufschließen kann, selbst wenn sie die Möglichkeiten dazu besitzen würde. Somit gilt: Wenn Ferrari in den nächsten Rennen nicht einen totalen Einbruch erleben sollte, dann wird nichts und niemand auf dieser Welt sie vom Totalerfolg 2004 abhalten können.
Blamabel ist diese Vorstellung natürlich für Williams und McLaren. Dabei überrundete sogar Renault die Silbernen. Deswegen hilft für sie nur eins: Ein komplett neues Auto. Sie müssen bei Null anfangen. Sobald das angeblich eine Milliarde Euro teure neue McLaren Technology Centre am Mittwoch von Queen Elisabeth mit Prunk und Glanz und Gloria eröffnet wurde, sollte man sich voll auf´s Arbeiten konzentrieren und das Beste herausholen.
Auf eine plötzliche Wende wie im Vorjahr, als Michelin mit einem neuen Reifen für veränderte Kräfteverhältnisse sorgte und Juan Pablo Montoya in Monaco gewinnen konnte, sollten die Ferrari-"Jäger" nicht hoffen. Denn das Gesamtpaket von Ferrari und Bridgestone ist einfach zu gut, als dass es nur durch einen verbesserten Reifen zu schlagen wäre.
Auf der einen Seite sollte man sich darüber freuen und stolz darauf sein, dass man diesen großartigen Teil der Formel 1 Historie miterleben darf, aber auf der anderen Seite würde dem Sport etwas mehr Spannung mehr als nur gut tun.
Für ein wenig Spannung und eine kleine Überraschung konnte im Qualifying immerhin Takuma Sato sorgen. Der beste Japaner aller Zeiten fuhr tags darauf zwar ein starkes Rennen, aber ein bisschen Enttäuschung muss angebracht sein. Sato und B·A·R durften von einem dritten Platz träumen, auf einen vierten Rang hoffen und mit einem fünften Platz sicher spekulieren und letztlich ist es "nur" jener fünfte Rang geworden. Entsprechend ist Takuma Sato durchaus ein guter Pilot, aber steht er noch nicht auf einer Stufe mit Fernando Alonso und Kimi Räikkönen.
Meine Gratulation geht unterdessen an das Sauber Team, deren Rennpace deutlich höher war als die von McLaren. Giancarlo Fisichella konnte jederzeit David Coulthard und Kimi Räikkönen hinter sich halten und auch Felipe Massa beendete das Rennen vor den Silbernen. So leid es mir tut, aber das schönste Auto im Feld ist momentan hinter Ferrari, Renault, B·A·R, Williams und Sauber nur noch die sechste Kraft.
Im Rahmen des Großen Preises von Spanien fand natürlich auch die bei einem Teamchefmeeting in Monaco angestoßene Regeldiskussion eine muntere Fortsetzung. Aus meiner Sicht sollten dabei nicht die Zylinderzahl oder der Hubraum der Ansatzpunkt sein, um die Formel 1 zu revolutionieren, was sicherlich nötig wäre, sondern sollte stattdessen der aerodynamische Weg beschritten werden.
So bin ich ein Befürworter von breiteren Autos, Stahlbremsen, der Rückkehr von Slicks, breiterer Heckflügel sowie einer allgemeinen Aerodynamikbeschneidung bis hin zu Einheitsflügeln. Denn dadurch würden auch wieder Überholmanöver ermöglicht werden.
Die Königsklasse muss aber die Königsklasse bleiben und deswegen kann man nie genug PS haben. Also sollten die Autos nicht künstlich über den Motor eingebremst werden, sondern lieber über aerodynamische Kunstgriffe für eine spannendere Formel 1 gesorgt werden.
Insgesamt tut jedoch jede Regeländerung der Formel 1 nur gut, da dies auch für die Teams einen Neuanfang mit einem weißen Blatt Papier bedeutet und sich dadurch selbstverständlich auch die Chance erhöht Michael Schumacher vielleicht doch wieder einmal schlagen zu können.
Für das nächste Rennen in Monaco gelten zwar eigene Gesetze, aber der König des Fürstentums heißt Michael Schumacher und das wird sich wohl auch in vierzehn Tagen nicht ändern. Persönlich würde ich mir den ersten Regen-Grand Prix des Jahres wünschen, wobei ich "befürchte", dass Bridgestone dann einen überlegenen Regen-Pneus besitzen würde.
Sie können sich also im Verlaufe dieser Saison noch auf viele weitere Michael Schumacher Siege einstellen, wobei ich es ernsthaft für möglich halte, dass der amtierende Champion alle 18 Rennen dieses Jahres gewinnen kann. Wer auf diesem Kurs mit einem gebrochenen Auspuff gewinnt und mit Bridgestone-Reifen dieser Güteklasse bestückt ist, der ist im Prinzip unschlagbar.

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