Liebe motorsport-magazin.com Leserinnen und Leser,
Das Wetter war am Freitag während der freien Trainingssitzungen ziemlich wechselhaft. Im ersten freien Training war die Strecke für fünf bis zehn Minuten trocken und ich hatte dann die Chance eine Runde im Trockenen zu drehen. Folglich bin ich auf Platz acht gelandet, weil nicht alle unter trockenen Bedingungen rausgefahren sind. Das ist natürlich nicht repräsentativ für die Geschwindigkeit unseres Autos gewesen. Es gehört schon etwas Glück dazu, aber es war ein schönes Gefühl und ein schönes Bild in den Top-10 zu stehen.
Im zweiten freien Training war es dann trockener und es lief gar nicht mal so schlecht. Ich hatte jedoch schon am Morgen ein Problem mit dem Motor – er hörte sich nicht gut an, es waren seltsame Geräusche zu hören. Das Team hat das Problem allerdings nicht sofort gefunden. Als dann meine Teamkollegen und ich auf der Strecke waren, fuhr ich die schnellste Zeit unter uns. Dann stellten wir ein Problem an einem Zylinder fest und ich blieb in der Box stehen, während Gianmaria und Zsolt ihre Runden drehten und schließlich schneller waren. Ich habe aber wieder einmal gezeigt, dass ich schneller bin! Im Allgemeinen war ich zufrieden.
Im Qualifying setzten Zsolt und Gianmaria aerodynamische Verbesserungen ein. Auch haben wir etwas für eine bessere Stabilität des Autos gefunden. Das war sehr gut. Es sind keine großen Schritte, aber jede kleine Verbesserung bringt etwas. Seit dem Saisonbeginn verbessern wir unser Auto und können es im weiteren Verlauf noch schneller machen. Allerdings haben wir nicht die finanziellen Mittel und das Personal um wie McLaren oder Toyota in Hockenheim ein ganz neues Auto zu bringen, oder Williams, die ein halbneues Auto eingesetzt haben. Das Team arbeitet aber sehr hart, um den Wagen besser zu machen.
Der Zusatzflügel hinter der Airbox ist auch eine unserer Neuerungen. Er erzeugt mehr Anpressdruck und bedeutet fast keinen Luftwiderstand. Er ist gut, denn auch Ferrari und B·A·R setzen so einen Flügel ein. Ich glaube jedoch, dass unserer einer der breitesten des Feldes ist.
Für Silverstone hoffe ich, dass mein Motorproblem behoben ist und es trocken ist. Vielleicht können wir wieder ein bisschen näher an die Konkurrenz rankommen. Unser Problem wird jedoch der Motor sein, der nicht so stark ist.
Was die Vierstoppstrategie von Ferrari betrifft, so will ich folgendes sagen: Es wäre natürlich logisch gewesen dreimal zu stoppen. So war es bei Ferrari ja auch anfangs vorgesehen. In Amerika wurden auch drei Stopps gemacht, aber dort war die Boxengasse ziemlich lang. Hier war sie in Magny-Cours sehr kurz. Ich hatte eine Vierstoppstrategie im Kopf, aber habe sie nicht durchgerechnet und nicht weiter darüber nachgedacht. Ferrari wechselte im Rennen auf vier Stopps und sie machen einfach den Unterschied. Da spielt auch die Erfahrung eine große Rolle.
Barrichello hat ein schönes Manöver gezeigt. Trulli hatte glaube ich gar nicht damit gerechnet. Das war toll. Schön war aber auch Fernando Alonso, als er auf zwei Rädern durch die Schikane vor Start/Ziel gefahren ist.
Heute schaue ich mir eine Etappe der Tour de France an, die ja durch Belgien fährt. Am Dienstag steht etwas Training auf dem Programm und Mittwoch früh fahre ich mit dem Auto nach England. Ich werde zuerst nach Northampton fahren, da wir uns dort die Cosworth Fabrik anschauen werden. Anschließend geht es nach Silverstone.

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