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Formel 1

Webber: Der Wettkampf treibt mich aus dem Bett

Mark Webber spricht über Erfolg, Wettkampf und Ehrgeiz und über seine australischen Vorgänger in der Formel 1…
von Michael Noir Trawniczek

Motorsport-Magazin.com - Mark Webber hat es geschafft, er sitzt in der kommenden Saison erstmals in einem Top-Auto. Für seinen neuen Arbeitgeber BMW-Williams hat sich der Australier verschiedenen Fragen gestellt.

Zum Beispiel, wann er zum ersten Mal realisiert hat, dass er ein Formel 1-Pilot werden möchte. Webber antwortet: "Ich denke, es war zu der Zeit, als ich nach Europa ging. Das war ungefähr 1996/1997, als ich meine ersten Rennen gewann. In Australien kannst Du Dir nie sicher sein, wie realistisch die Chancen sind, es in die Formel 1 zu schaffen. Dann kommst Du nach Europa und stellst fest, dass es vielleicht wirklich möglich ist. Es ist natürlich ein langer Weg, bis man schließlich in der Formel 1 ist. Du denkst nie, dass Du es wirklich schaffst. 2000 und 2001 habe ich angefangen, für Renault zu testen. Das war meine erste Chance."

Mark Webber über das Gefühl, wenn man erstmals einen F1-Boliden steuert: "Zuerst bemerkt man, wie unglaublich leicht das Auto ist. Es ist so leicht, so leistungsstark und die Bremskraft ist immens. Die Autos machen prinzipiell alles, was man will. Nach ein paar Runden fangen dann die Probleme wie etwa Untersteuern an, die man auch aus den unteren Formelserien kennt. Natürlich ist es etwas Besonderes, zum ersten Mal ein F1-Auto zu fahren."

Mark Webber über Vorbilder: "Alain Prost war ein Fahrer, den ich wirklich bewundert habe als ich im Kartsport und in der Formel Ford unterwegs war. Michael Schumacher gewann in dieser Zeit seine ersten WM-Titel. Was Michael in den Anfängen seiner Laufbahn erreicht hat, war einfach beeindruckend. Diese beiden Fahrer habe ich mir am liebsten angesehen."

Als Australier vergleicht sich "Webbo" mit den anderen berühmten Piloten aus seinem Land: "Alan Jones war der letzte Australier, der einen Grand Prix gewonnen hat. Natürlich hat auch Jack Brabham in seinen eigenen Autos Weltmeisterschaften gewonnen. Dies sind die beiden einzigen Weltmeister, die wir je hatten. Ich möchte daran anknüpfen, wenn ich kann. Es wartet jedoch viel Arbeit auf mich, denn noch habe ich im Vergleich zu den beiden in der Formel 1 noch nichts erreicht."

Ob er denn wisse, für welches Team Alan Jones gefahren ist, als er 1980 Weltmeister wurde, wird Webber gefragt. Klarerweise weiß er das: "Das war natürlich WilliamsF1. Wie gesagt, er war unser letzter Formel-1-Weltmeister. Es ist also 25 Jahre her. 24 Jahre sind seit dem letzten GP-Sieg eines Australiers vergangen. Alan gewann 1981 sein letztes Rennen, wenn ich mich recht erinnere. Das ist schon eine Weile her. Aber ich werde versuchen, daran etwas zu ändern."

Der emotionalste Moment in seiner Karriere war sein fulminanter Einstieg in die Königsklasse: "Das war definitiv mein erster Grand Prix in Melbourne, wo ich Fünfter wurde. Damit war nicht zu rechnen. Ich hätte eigentlich maximal 17. oder 18. werden können. Minardi ist ein sehr kleines Team, und es war unser erstes gemeinsames Rennen. Zudem passierte es in Australien und mein damaliger Teamchef, Paul Stoddart, war ebenfalls Australier. Es kamen also glücklicherweise viele Dinge zusammen. Es war ein ganz besonderer Tag."

Kondition sei natürlich wichtig, denn auch wenn die Autos der Generation 2005 aufgrund der Reduktion von Abtrieb und Speed ein wenig einfacher zu fahren seien, sei es dennoch anstrengend, einen F1 zu fahren.

Über das Thema Erfolg sagt Mark Webber: "Wenn man ehrgeizig ist, dann will man immer einen guten Job machen. Das Feuer, mich mit anderen zu messen, treibt mich morgens aus dem Bett. Ich bin sehr ehrgeizig bei allem, was ich tue. Eine Rennfahrerkarriere ist nicht sonderlich lang, sie dauert vielleicht nur 15 Jahre Deines Lebens. Also musst man gute Arbeit machen, wenn man dabei ist, um sich hinterher nichts vorwerfen zu können."