Am Mittwoch erhielt die MotoGP frohe Kunde: Wie Gresini Racing verkündete, würde Alex Marquez nur fünf Wochen nach seinem fürchterlichen Unfall im Katalonien-GP an diesem Wochenende in Brünn (19. bis 21. Juni) sein Comeback wagen. Einzig die Startfreigabe durch die Ärzte der MotoGP stand noch aus. Am Donnerstag sicherte sich Marquez im Rahmen eines Medical-Checks aber auch diese, ihm wurde das "Grüne Licht" erteilt. Einer Teilnahme am Tschechien-GP steht damit nichts mehr im Weg.

"Ich bin ganz okay", verkündete Marquez daraufhin und verriet: "Für mich war es speziell aus mentaler Sicht sehr wichtig, hierher zu kommen. Ich wollte wieder Teil dieser Welt sein, bei meinem Team und im Paddock." Zu hart sei es gewesen, bei den letzten Rennen in Mugello oder Ungarn von der heimischen Couch zuschauen zu müssen. Deshalb schon jetzt das unerwartet frühe Comeback. Viel zu holen wird es dabei aber wohl nicht geben. Vielmehr wartet nach dem FP1 eine weitere richtungsweisende Untersuchung: "Ich werde von Training zu Training schauen. Ich muss erst meinen körperlichen Zustand verstehen und sehen, ob ich Fortschritte machen kann oder das Risiko, weiter zu fahren, zu groß wird."

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Alex Marquez kündigt an: Rückzug vom MotoGP-Wochenende in Brünn möglich

Ein Rückzug vom Tschechien-GP bleibt also zu jeder Zeit eine realistische Option. "Die ersten anderthalb Wochen konnte ich gar nichts machen. Danach habe ich mit der Physio begonnen und viele, viele Stunden an unterschiedlichen Maschinen verbracht, um mich wieder zu erholen. Erst in Woche drei konnte ich wieder anfangen, etwas normaler zu trainieren", berichtete Marquez von seinem zähen Rehaprozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Für den Moment sehe er sich zwar in guter Verfassung, aber gewisse Fragezeichen bleiben. Auf einem Motorrad saß der Spanier seit seinem folgenschweren Auffahrunfall in Barcelona nämlich nicht mehr. Somit wird sich erst am Freitag in den Trainings zeigen, ob Marquez wirklich schon bereit für die Rückkehr ist.

Als größte Schwachstelle bezeichnete der Gresini-Pilot am Donnerstag seine rechte Schulter. "Das ist die Schulter, an der ich 2013 schonmal operiert wurde. Die ist mir schon oft herausgesprungen und jetzt war das mit dem Schlüsselbein wieder eine recht große Fraktur. Da werden die Muskeln noch einige Zeit brauchen", gab er an und stellte deshalb klar: "Ich bin hier, um zu verstehen, wie weit meine Muskeln und die Kraft schon sind. Im Fitnessstudio war es nicht schlecht, aber ich bin sicher noch nicht bei 100 Prozent."

Kaum noch beeinträchtigt werde der 30-Jährige derweil durch jene Verletzung, die auf den ersten Blick als die deutlich schwerwiegendere betitelt worden war: Der Bruch des C7, eines Halswirbelknochens. "Wenn du das hörst, ist das erstmal ein Schock. Aber es war eher so, dass der Muskel ein kleines Stück der Wirbel herausgerissen hatte. Also nichts Ernstes, was den Ärzten Sorgen bereitete", ließ Marquez wissen. "Ich hatte speziell in der ersten Woche noch mit meinem Kopf zu kämpfen, weil es ein harter Aufprall war. Ich hatte zum Beispiel mehrmals Schwindel. Aber nach der ersten Woche wurde das schnell besser."

Alex Marquez hakt MotoGP-Horrorcrash ab: Kann jederzeit passieren

Zum Unfall selbst hatte Marquez am Donnerstag nicht mehr viel beizutragen - vielleicht auch, weil er sich zunächst gar nicht mehr daran erinnern konnte. "Meine Erinnerungen haben erst im Krankenhaus wieder begonnen", enthüllte er. "Ich wollte den Crash dann nochmal sehen und erst dann kam alles zurück. Ich akzeptiere das aber. Das ist Teil des Jobs, Teil dieser Welt. Wir vergessen das manchmal, aber solche Dinge können hier jederzeit passieren. Ein Motorrad kann jederzeit ein Problem erleiden. Das gehört dazu. Ich denke, dass es das Beste ist, das jetzt einfach so zu akzeptieren und auf die nächste Seite zu blättern."

Während Alex Marquez sich also nicht länger mit seinem Horrorunfall aufhalten und in die Zukunft schauen will, gilt das für die MotoGP nicht. Die Verantwortlichen haben schon vor einigen Wochen angekündigt, aus den Zwischenfällen aus Barcelona lernen und sie künftig unterbinden zu wollen. Hier verraten wir euch, welche vier Neuerungen angedacht sind:

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