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Formel 1 / Interview

Es war einfach zu dunkel - Christian Danner

Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner sah nicht nur ein abgebrochenes Qualifying, sondern auch einen starken Nico Rosberg.
von Karin Sturm

Motorsport-Magazin.com - In der Formel 1 gibt es immer wieder etwas neues. Wie hast du das heutige Qualifying erlebt?
Christian Danner: Die Tatsache, dass das Wetter Kapriolen schlägt und damit eigenartige Dinge passieren, daran hat man sich schon gewöhnt. Aber so etwas wie heute hat es noch nicht gegeben, dass wir einen Teil am Samstag und zwei Drittel am Sonntag fahren. Das ist neu, aber das ist halt so. Da muss man sich drauf einstellen.

Man darf nicht vergessen, wenn es bereits am Anfang des Endes zu dunkel ist, ist es am Ende des Endes noch dunkler.
Christian Danner

Ist die Entscheidung fairer, als wenn man zum Beispiel das Ergebnis aus Q1 für die Startaufstellung herangezogen hätte?
Christian Danner: Es macht ja keinen Sinn, sich etwas aus den Fingernägeln zu saugen, weil man glaubt es sei besser. Es gibt klare Regeln, die besagen, dass das Ergebnis einen fairen Wettbewerb garantieren soll. Das ist nun gewährleistet, denn morgen fahren alle unter den selben Bedingungen ein faires Qualifying zu einer ungewohnten Zeit. Wir hatten das ja schon in Japan, hier ist es lediglich in zwei Teile geteilt.

Geht es heute wirklich nicht?
Christian Danner: Heute war es am Ende einfach zu dunkel. Man darf nicht vergessen, wenn es bereits am Anfang des Endes zu dunkel ist, ist es am Ende des Endes noch dunkler. Bei einem Abbruchs-Szenario scheiden sich die Geister immer etwas, meiner Meinung nach hätte man zwischendurch schon fahren können. Aber diese Entscheidung muss man der Rennleitung und Charlie Whiting überlassen, sie haben es bisher immer sehr gut und verantwortungsvoll getan.

Für Danner waren die Bedingungen zwischendurch gut genug - Foto: Sutton

Die Fahrer haben sich vor allem über die glatten weißen Linien beschwert. War das ein größeres Problem, als das Wasser selbst?
Christian Danner: Eine weiße Linie ist eine weiße Linie, das kann man daran erkennen, dass sie weiß ist. Man sollte sie im Regen meiden, daran hat sich in den letzten 50 bis 60 Jahren Motorsport nichts geändert. So wie eine Pfütze Aquaplaning verursacht, bietet eine weiße Linie nicht so viel Grip, wie normaler Asphalt.

Was können wir für Sonntag erwarten?
Christian Danner: Ich erwarte, dass es trocken und heller ist. Dann werden wir wohl Red Bull vorne sehen, wenn nichts schiefgeht. Ich bin aber kein Prophet.

Was sagst du zur heutigen Leistung von Nico Rosberg?
Christian Danner: Was Nico heute gezeigt hat, war eine wirklich professionelle Leistung. Er ist immer Schnellster gewesen, hat alles richtig angestellt und keine Dreher oder Fehler gemacht. Im Trockenen wird es für ihn nicht ganz so einfach, weil das Auto nicht ganz mitspielt. Er wird aber vorne dabei sein.


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