Nico Hülkenberg wertete seinen achten Platz in der zweiten Trainingssession in Montreal positiv, sah jedoch noch reichlich Verbesserungspotenzial. "Unsere Leistung sieht vielversprechend aus, aber wir haben noch Hausaufgaben vor uns und können uns noch verbessern", erklärte er. Vor allem mit der Balance seines Autos sei er noch nicht zufrieden. "Ich habe Über- und Untersteuern an Punkten, an denen ich es nicht möchte. Das hat aber jeder am Freitag, von daher haben wir da noch ein wenig Arbeit am Setup zu leisten", meinte Hülkenberg.

Die Rundenzeit sei am Freitag zweitrangig. "Ob wir jetzt Fünfter und Achter im Training sind, ist egal - morgen kommt es drauf an", so der Deutsche. Dass er heute zu den wenigen Fahrern gehörte, die sich nicht abseits der Strecke als Rallye-Piloten versuchten, begründete er scherzhaft damit, dass er sich ausschließlich mit der Strecke befasst habe. "Es ist wirklich leicht, hier von der Strecke zu rutschen. Mit dem wenigen Abtrieb ist das Auto leicht, es rutscht viel herum und die Wände sind extrem nah - das hatte ich von 2010 etwas besser in Erinnerung gehabt. Heute war es eine ziemliche Rutscherei", erklärte Hülkenberg.

Nur einmal wurde es für den 24-Jährigen brenzlig. "Ausgang Kurve vier war ich mal nah an der Mauer. Da muss man innen diesen Kerb mitnehmen, aber das Auto hat ein wenig versetzt. Da die Runde gut war, wollte ich aber nicht vom Gas gehen und es ging ja auch gut", erzählte er. Bezüglich des Rennens wollte der Force-India-Pilot noch keine Prognose wagen. Dass der superweiche Reifen auf dem Circuit Gilles Villeneuve so lange hält wie in Monaco, glaubt er nicht. Sollten sich die Temperaturen im Laufe des Wochenendes stark verändern, erwartet Hülkenberg auch die eine oder andere Überraschung.

"Vielleicht macht man einen Stopp mehr oder man kann doch länger draußen bleiben, aber das wird man dann kurzfristig sehen", meinte er. Ein Mercedes-Triebwerk im Heck zu haben, mache in Montreal auch Einiges aus. Der Beweis folgte im Training als alle sechs Boliden mit Mercedes-Motoren unter den besten Zehn landeten. "Das ist ein starker Motor und Power ist hier gefragt", erläuterte Hülkenberg. "Aber das ist nur ein Element von vielen, alles muss hier stimmen. Die Aerodynamik ist natürlich wichtig, DRS, die Übersetzung und so weiter."