Als mit Fernando Alonso und Felipe Massa beide Ferrari-Piloten in Melbourne den Sprung in Q3 verpassten, deutete viel auf ein Fiasko hin - doch mit Platz fünf im Rennen verhinderte Alonso einen spektakulären Fehlstart für die Scuderia. Allerdings war das überraschend gute Ergebnis, eher dem fahrerischen Können des Spaniers geschuldet als der Klasse des F2012. Felipe Massa beispielsweise wäre auch ohne seinen Ausfall nicht unter den Top Ten gelandet.
Vielleicht auch deshalb gibt sich Alonso vor dem Rennen in Malaysia keinen großartigen Illusionen hin. "Wir haben keine Kristallkugel, aber ich glaube nicht, dass der Kurs einen Unterschied macht", meinte der zweimalige Champion. "Wir hatten in Jerez, in Barcelona und in Melbourne Probleme. Es ist das gleiche Auto. Deshalb erwarten wir hier keine Wunder." Die größte Herausforderung sei es derzeit, der Konkurrenz über eine schnelle Runde Paroli zu bieten, sagte Alonso. "Im Qualifying sind wir noch nicht wettbewerbsfähig. Aber wie wir in Australien gesehen haben, ist im Rennen viel möglich."
In Down Under profitierte der Iberer vom Ausschieden einiger vor ihm liegender Konkurrenten, ähnliches sei auch in Sepang möglich. Auch das unbeständige Wetter könnte ihm bei einer erneuten Aufholjagd in die Hände spielen, meinte Alonso. "Die Bedingungen hier können sich alle fünf Minuten ändern. Wenn wir unseren Fokus behalten, bin ich mir sicher, dass die Punkte am Wochenende kommen." An die Strecke in Malaysia habe er ohnehin gute Erinnerungen, unterstrich der WM-Vierte des Vorjahres. "Ich hatte hier meine erste Pole und war hier auch das erste Mal auf dem Podium. So etwas vergisst man nie."

Im Ferrari-Boliden scheint ein Platz auf dem Podest im Moment allerdings außer Reichweite. Alonso ist aber zuversichtlich, dass ihm neben seinen Rennfahrer-Qualitäten bald auch ein konkurrenzfähiges Fahrzeug zur Verfügung steht. Der Ferrari-Star betonte jedoch, dass sich die Wandlung zum Spitzenauto in kleinen Schritten und nicht schlagartig vollziehen werde. "Es wird keinen magischen Moment geben", sagte Alonso. "Ich erwarte nicht, dass wir von einem auf das andere Rennen um Siege mitfahren. Wir müssen uns von Rennen zu Rennen steigen."
Anfreunden werde er sich mit der Situation, nicht in einem Spitzenauto zu sitzen, nie, stellte der 30-Jährige klar - allerdings helfe ihm seine Erfahrung, besser damit umzugehen. "Nach elf Jahren in der Formel 1 weiß ich wie lang eine Saison sein kann", erklärte er. "Da wir im Moment hinten liegen, müssen wir eben etwas mehr arbeiten als die anderen. Doch die Stimmung im Team ist gut, alle sind fest entschlossen." An der Vorgabe für 2012 habe sich nichts geändert. "Das Ziel ist immer, die WM zu gewinnen", stellte Alonso klar. "Für uns ist es wichtig, trotz der schwierigen Situation so viele Punkte wie möglich zu holen. Wenn wir dann in der Position sind, Rennen zu gewinnen, können wir den Rückstand wettmachen."

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