Dass Mercedes sich über den Winter deutlich gesteigert hat, war spätestens nach dem Qualifying in Melbourne klar zu erkennen. Michael Schumacher belegte Rang vier, Nico Rosberg wurde Siebter - jedoch mit dem Eindruck, dass noch eine Menge Potenzial im neuen Silberpfeil steckt und es durchaus Luft nach oben gibt. Möglich gemacht haben, soll das auch der F-Kanal der Stuttgarter. Das System soll in Verbindung mit dem DRS funktionieren - durch ein Loch soll dabei Luft entweder direkt an den Flügel oder den Diffusor geleitet werden, um dort die Strömung abreißen zu lassen und den Top-Speed zu erhöhen.
Renndirektor Charlie Whiting hatte das System unlängst für legal erklärt, da der F-Kanal völlig passiv operiere und keine beweglichen Teile enthalte. Der Konkurrenz ist die innovative Lösung jedoch schon jetzt ein massiver Dorn um Auge - noch bevor der erste Rennkilometer 2012 zurückgelegt ist. Besonders Lotus-Teamchef Eric Boullier macht gegen Mercedes mobil und erwägt einen Protest gegen die Deutschen. Man beobachte die Situation derzeit genau und wolle möglichst schnell mit allen Beteiligten sprechen. "Wir würden uns gerne mit Mercedes und Charlie an einen Tischen setzen und sicherstellen, dass wir die Regeln alle auf die gleiche Art und Weise verstehen", so der Franzose.
Dabei war der Lotus-Teamchef um eine zeitnahe Aussprache bemüht, da man nur dann auch etwaige Schritte rechtzeitig in die Wege leiten könne. "Wenn es geht, am besten noch an diesem Wochenende", meinte Boullier, der auch weitreichendere Konsequenzen nicht ausschließen wollte. "Ein Protest ist eine Option, aber das werden wir später sehen. Alles was ich sagen kann ist, dass Red Bull und wir nicht glauben, dass das Mercedes-System legal ist", erklärte der Franzose gegenüber Autosport. Boulliers Kampagne hat jedoch nicht nur Fürsprecher. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erklärte, die DRS-F-Schacht-Kombination der Silberpfeile für regelkonform zu erachten und dass McLaren einen Nachbau erwäge.

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