Lewis Hamilton glaubt nicht, dass es ihm helfen würde, wenn er nach Enttäuschungen an der Rennstrecke mehr Unterstützung von Seiten seines Managements hätte. Nach seiner Ansicht ist er sehr wohl in der Lage, alleine mit Problemen umzugehen und braucht dafür keinen Manager, der ihm die Hand hält. In Singapur war kein Vertreter von Simon Fullers XIX Entertainment, das Hamilton betreut, weswegen sein Vater Anthony danach auch meinte, er brauche mehr Unterstützung. Doch Lewis ist fest davon überzeugt, keinen Helfer an der Strecke zu benötigen, mit dem er nach schwierigen Wochenenden wie in Singapur reden kann.

"Blödsinn, niemals. Ich habe nie jemanden gebraucht, mit dem ich am Abend reden konnte. Wenn ich mit jemandem reden wollte, dann würde ich meine Freundin anrufen und mit ihr sprechen. Ich gehe alleine damit um. Wenn ich einen schlechten Tag habe, dann wäre es das Letzte, was ich tun will, nach Hause zu kommen und mich zu erklären. Ich denke, ich habe das Recht verdient, dort zu sein, wo ich jetzt bin und mich niemandem erklären zu müssen", betonte der McLaren-Pilot.

Fehler werden analysiert

Gleichzeitig hielt er fest, dass es ihm nicht an der Fähigkeit zur Selbstreflexion fehle. Er denke natürlich darüber nach, was passiert sei. "Das ist alles, woran man denkt; jemals. Was wäre wenn, was ist passiert, was wäre passiert, wenn ich in Kurve drei dieses und jenes gemacht hätte, all diese Situationen, daran denkt man für Tage und Tage und Tage", sagte Hamilton. Zudem meinte er, durchaus einen Gesprächspartner an der Strecke zu haben, denn obwohl sein Vater nicht mehr sein Manager ist, so ist er für ihn da und als Betreuer von Paul di Resta auch bei den Rennen vor Ort.

"Letztendlich habe ich Leute wie meinen Vater, die ich anrufen kann, wenn ich mit jemandem reden will; er ist immer da, das ganze Wochenende. Wenn ich mit ihm reden will, wird er da sein." Trotzdem verlässt er sich weiter am meisten auf sein eigenes Urteil und das gedenkt er auch nicht zu ändern. "An den Rennwochenenden ist es meine Entscheidung. Ich will keine Leute bei den Rennen haben. Ein Fahrer braucht keine Leute bei den Rennen. Manchmal ist es gut, Leute dabei zu haben, manchmal nicht. Im Moment bin ich lieber alleine", erklärte der Brite.

Irgendwann wieder ganz oben

Blieb nur die Frage, ob es für ihn nun auch wieder einmal bessere Zeiten geben wird, da die Kritik seiner Kollegen in den vergangenen Wochen recht deutlich war. "Darauf habe ich keine Antwort. Ich sehe niemanden die gleichen Probleme haben wie ich, aber ich sehe allerdings auch nicht viele Leute, die das erreicht haben, was ich erreicht habe. Bis Ende 2008 hatte ich, seit ich acht Jahre alt war, in jedem zweiten Jahr meiner Karriere eine Meisterschaft gewonnen. Ich war bislang recht gut unterwegs, aber ich hatte ein paar harte Jahre. Dieses Jahr ist das schwierigste, die größte Prüfung meiner bisherigen Karriere. Es geht nicht darum, wie oder was ich dieses Jahr getan habe, es geht darum, wie ich wieder nach oben komme, das hinter mir lasse und irgendwann dann wieder ganz oben stehe."