Richtig glücklich schien Jenson Button nicht mit seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Singapur. Für Frust sorgte die Phase nach dem Safety Car, als das Streckenfahrzeug Sebastian Vettels Vorsprung von zuvor mehr als 20 Sekunden auf ein Minimum reduziert hatte. Button fuhr auf P2, als Bernd Mayländer wieder in die Box abbog. Das Problem: Zwischen dem Briten und Vettel tummelten sich gleich drei überrundete Autos.

Während Vettel an der Spitze wieder Boden gut machte und seinen Vorsprung ausbaute, musste sich Button erst durch das Trio kämpfen - das kostete natürlich einiges an Zeit. "Ich kann verstehen, dass es schwierig ist, hier Platz zu machen und die meisten Fahrer kämpfen", zeigte Button zwar ein gewisses Verständnis. "Aber die Überrundeten müssen akzeptieren, dass die Autos, die überrunden, aus einem bestimmten Grund überrunden."

Es habe laut Button einige frustrierende Momente im Verlauf des Rennens gegeben, als er Vettel jagte. "Ich hing hinter Kobayashi fest und verlor eine Runde zum Jagen, und die beiden Williams kämpften untereinander", so Button. Nachdem er freie Fahrt hatte, durfte er nach Teamansage die Aufholjagd auf den Red Bull starten. Zeitweise machte er rund eine Sekunde auf Vettel gut. "Im letzten Stint konnte ich so schnell wie möglich fahren", gibt der Brite an. "Ich brachte zwölf Qualifyingrunden zusammen, nahm eine Menge Risiko in Kauf und genoss es."

Bei der Zieleinfahrt hatte Vettel nur noch 1,7 Sekunden Vorsprung - klingt nach wenig, doch Vettel hatte anscheinend die Drehzahlen begrenzt, somit Motor und Reifen geschont und war dementsprechend langsamer unterwegs. "Platz zwei war alles, was wir heute erreichen konnten", glaubt auch Button. "Darauf kann man aufbauen. Wir wissen, dass wir im Moment nicht so schnell sind und wir wissen, dass wir uns verbessern müssen, wenn wir in den kommenden fünf Rennen um den Sieg kämpfen wollen."

Die Pace des MP4-26 sei zwar gut gewesen auf dem Marina Bay Circuit, doch mit dem Sieg habe Button nichts zu tun gehabt. "Wir können Seb und Red Bull nicht herausfordern", sieht er ein. Dabei sei Button mit dem Ziel nach Singapur gereist, das Rennen zu gewinnen - doch am Ende musste er sich mit P2 zufrieden geben.