Alex, war das der aufregendste Ungarn GP aller Zeiten?
Alex Wurz: Das Rennen war mit Spannung durchzogen, wahrscheinlich auch der spannendste Ungarn GP, ja.
Warum war das dieses Jahr anders als früher?
Alex Wurz: Ich kann mich an ein Rennen erinnern, in dem Damon Hill in einem Arrows geführt hat - so ein Phänomen zu beobachten, war damals auch sehr spannend. Aber heute lag es ganz klar an den wechselhaften Bedingungen. Die Dominanz von Red Bull ist vorbei. Gleichzeitig hat Jenson Button bei diesen Bedingungen seine Stärke ausgespielt – die Nerven aus Stahl behalten.
Jenson Button hat wohl jeder im Fahrerlager den Sieg zum 200. Grand Prix gegönnt?
Alex Wurz: Ja sicher, es ist ein Hollywood-Drama, sogar ein bisschen kitschig. Er hat souverän gewonnen, keinen Fehler gemacht und die richtigen Entscheidungen getroffen – deshalb hat er den Sieg absolut verdient.
Sebastian Vettel hat seit drei Rennen nicht gewonnen, aber in der WM führt er immer noch komfortabel. Eigentlich sollte auch er allen Grund haben, zufrieden zu sein, oder?
Alex Wurz: Seid nicht so hart. Der Mann dominiert die WM, fuhr bis auf den Nürburgring immer aufs Podest und holte eine Pole mit einem Auto, das nicht mehr überlegen ist – er kann also extrem gut Autofahren. Er hat heute die Führung in der Weltmeisterschaft ausgebaut und ist weiter auf WM-Kurs. Er fährt sensationell gut, da darf ich als Experte und ehemaliger Fahrerkollege keine Kritik aufkommen lassen. Es ist perfekt, was der junge Mann im Augenblick abliefert.
Aber ist Red Bull bei diesen Bedingungen gegenüber dem McLaren im Nachteil?
Alex Wurz: Es ist schwierig, ein fast perfektes Produkt zu verbessern. Die anderen Teams wissen auch, wie sie ihr Auto verbessern können. So knabbern sie ständig am Vorsprung von Red Bull. Außerdem ist der Red Bull ein Auto, das im Augenblick bei kalten Bedingungen Schwierigkeiten hat, die Reifentemperatur schnell aufzubauen. Am Start schoss Lewis Hamilton wie eine Rakete davon und bot Red Bull mehr als nur Paroli.
Also können wir uns nach der Sommerpause auf spannende Rennen freuen?
Alex Wurz: Das denke ich schon. Spa kann genauso werden wie Deutschland und Ungarn. Bisher war jedes Rennen sehr spannend und der Kurs der Formel 1 steigt immer weiter.

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