Sebastian Vettel reist zum dritten Mal mit einem siegfähigen Auto zum deutschen Grand Prix an. Nach Mark Webbers Sieg 2009 und dem Ferrari-Doppelsieg 2010 auf dem Hockenheimring, soll es in dieser Saison nun endlich mit einem Triumph in der Heimat klappen. "Überall unterstützen dich die Leute und versuchen dich nach vorne zu treiben, um vielleicht noch das eine oder zweite Extra-Zehntel zu finden", freute sich der Heppenheimer.
Unter Druck gesetzt fühlt er sich dadurch allerdings nicht. "Oftmals sprechen Menschen von Druck und Sachen, die dich langsamer machen können, aber es ist positiver als alles andere", erklärte Vettel, der sich darüber freut, überhaupt in der Situation zu sein, vor seinem Heimpublikum fahren zu können.
Teamorder
Das letzte Rennen und die Teamorder bei Red Bull, war aber auch noch knappe zwei Wochen später ein Thema. Ob er genauso wie sein Teamkollege Webber gehandelt und die Anweisungen einfach ignoriert hätte, wollte Vettel nicht pauschal beantworten, da dies immer situationsbedingt sei. "Im letzten Rennen gab es für uns als Team nichts mehr zu gewinnen – Mark sagte, er wollte Rennen fahren, wollte seine Position verbessern, aber ich wollte ihn nicht vorbeilassen und versuchte mich zu verteidigen", schilderte der Deutsche seine Sicht der Dinge in Silverstone.

Mit der gesamten Problematik wollte sich der Weltmeister allerdings nicht mehr befassen. "Das liegt ziemlich weit zurück – ich möchte lieber morgen mit dem ersten Freien Training beginnen", beendete er alle weiteren Fragen zu diesem Thema. Warum er allerdings 80 Punkte mehr als sein Teamkollege auf dem Konto hat, konnte er dann wieder deutlich beantworten: "Ich denke, ich habe bessere Positionen eingefahren."
Chancen stehen gut
Für das eigentliche Rennen hoffen nun sowohl er, als auch die Fans, dass er nicht nur eine bessere Position als Webber, sondern auch als der Rest des Feldes einfährt. Dafür stehen laut dem Red-Bull-Piloten die Chancen nicht allzu schlecht. "Ich denke, wir haben die wahre Leistung über die Saison gesehen, deshalb denke ich, wir haben eine gute Chance", bezog sich Vettel auf die letzten drei Rennen, die drei verschiedene Sieger sahen.
"Zum jetzigen Zeitpunkt sieht alles gut aus und wir sind so zuversichtlich, wie wir nur sein können" machte Vettel seinen Fans Hoffnungen auf den ersten Heimsieg eines Deutschen seit Michael Schumacher 2006 am Hockenheimring. Froh ist er vor allem, dass die Entscheidung bezüglich des Diffusors gefallen ist und die Diskussionen nun endlich beendet sind. "Am letzten Wochenende haben wir unglücklicherweise mehr über Regeln als über Rennen fahren gesprochen, aber es sollte vom ersten Moment an klar sein, dass wir uns wieder auf das Rennen fahren konzentrieren – ich freue mich darauf."

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