Der Kanada Grand Prix 2011 war eines jener Rennen, in denen kleine Teams glänzen können, wenn sie die richtigen Entscheidungen treffen und etwas Glück haben. Das Team Lotus hatte allerdings kein Glück, weswegen Jarno Trulli lediglich als 17. ins Ziel kam und Heikki Kovalainen mit einem Defekt an der Antriebswelle ausschied. "Das war ein ereignisreiches Rennen", hielt Trulli im Anschluss fest. "Ich startete gut, aber ich hatte den ganzen Nachmittag Probleme mit den Bremsen und obwohl ich sie auf Temperatur brachte, glaube ich, dass sie nach dem ersten Safety Car verglasten und ich konnte sie nicht wieder auf Touren bringen."

Auch nach dem Neustart des Rennens lief es mit den Bremsen nicht besser, als die Strecke abtrocknete, zeigten sie dann aber doch noch Lebenszeichen. "Ich konnte mich von unseren direkten Gegnern absetzen. Leider bewegte sich nach dem Stopp für die Slicks etwas im Cockpit herum, also kam ich wieder rein, um das zu untersuchen. Sie konnten das nicht lösen, also ging ich wieder raus und gab mein Bestes, um das Auto nach Hause zu bringen."

Kovalainen konnte nichts tun

Kovalainen kam nach dem Neustart des zwischenzeitlich lang unterbrochenen Rennens nicht weit, da er auf einmal kaum mehr Vortrieb hatte. An der Box stellte sich ein Defekt in der Antriebswelle heraus und es war vorbei. "Als wir neu gestartet sind, verlor ich ziemlich bald den Vortrieb und musste aufgeben, was natürlich ein enttäuschendes Ende für das Wochenende ist. Das ist eine dieser Sachen, gegen die man nichts tun kann. Hoffentlich haben wir in Valencia mehr Glück und pushen einfach weiter", sagte der Finne.

Für Team Lotus Technikchef Mike Gascoyne war das Rennen ein trauriges Ende für ein eigentlich starkes Wochenende. Schon bei den ersten Stopps gingen Plätze verloren, dann gab es Kovalainens Problem und lediglich Trulli konnte zwischendurch eine ordentliche Leistung abliefern. Dass er trotz des losen Teils im Cockpit weiterfahren konnte, fand das Lob Gascoynes, da eigentlich darüber nachgedacht wurde, das Auto reinzuholen. "Er brachte das Auto nicht nur nach Hause, sondern holte auch zu den Autos vor sich auf. Er hätte sie in den letzten Runden beinahe überholt, obwohl er ein ziemliches Handicap hatte", meinte der Technikchef, der mit der Leistung des Autos in Kanada zufrieden war, nur mit dem Rennen nicht.

Es hätte Gelegenheiten geben können

Enttäuscht vom Sonntag war auch Teamchef Tony Fernandes. Die verlorenen Positionen bei den ersten Stopps erschwerten die Aufgabe. "Danach war es schwer, sich in einem Rennen zu verbessern, in dem es gute Gelegenheiten für uns hätte geben können. Es ist wichtig, dass wir das als Teil unserer Entwicklung sehen und aus der Erfahrung dieses Wochenendes lernen", meinte er. Dennoch wollte er auch Positives mitnehmen. So fand er die Leistung im Qualifying ausgezeichnet und Trullis Leistung am Sonntag hatte ihm ebenfalls gefallen. "Jetzt geht es nach Valencia, wo wir dieses Rennen sicher hinter uns lassen und wieder vorwärts kommen werden."