Michael Schumacher konnte beim Chaos-Rennen in Kanada mit Platz vier die beste Position der bisherigen Saison einfahren. Doch kurzzeitig sah es sogar so aus, als könnte er sich neben Sebastian Vettel auf dem Podest einfinden, was sogar den siebenfachen Montreal-Sieger verwunderte. "Natürlich war ich dann auch ein bisschen überrascht, als ich Zweiter war", gab Schumacher offen zu.
Erfahrung gefordert
Denn nach einem Start hinter dem Safety-Car und nach zwei Boxenstopps, fand sich Schumacher im hinteren Mittelfeld wieder, als das Rennen für zwei Stunden und fünf Minuten abgebrochen wurde. Als schließlich nach weiteren langen Runden hinter dem Safetycar das Licht ausging, kämpfte sich der Mercedes-GP-Pilot nach vorne.
"Heute war sehr viel Erfahrung notwendig, um im richtigen Moment schnell zu sein und auf der Strecke zu bleiben", schilderte Schumacher nach dem Rennen. Denn es hätte viele Situationen gegeben, in denen man hätte Fehler machen und das Auto in die Wand setzen können. "Die Umstände sind perfekt für mich, da man in dieser Situation die Unterschiede eben klar und deutlich darstellen kann und das habe ich heute umsetzen können", freute sich Schumacher, der früher bekannt war für sein Können im Regen.
Besonders Schumachers Manöver mit der er sich den zweiten Platz eroberte, wirkte für den Außenstehenden spektakulär. Denn als Felipe Massa und Kamui Kobayashi um jenen Platz kämpften, schob sich der Deutsche mit schnellen Schritten an die beiden heran, und schließlich in einem Aufwasch an beiden vorbei.
Einfach mal probiert
Doch wenngleich er nach einer weiteren Safetycar-Phase im Windschatten seines Freundes Sebastian Vettel nach Platz eins schnappte, hatte Schumacher selbst nicht an den Sieg geglaubt. "Mir war bewusst, dass es gegen Seb nicht reichen würde, es war mir aber den Versuch wert, mich zu zeigen und die Situation vielleicht zu nutzen", zeigte der 42-Jährige auf. Schließlich konnte man nicht wissen, wie Vettel reagieren würde, schließlich fahre er um die WM. Deshalb dachte Schumacher: "Probierst es halt mal."
Während Schumacher auf Intermediates einer der schnellsten Piloten auf der Strecke war, änderte sich die Situation nach dem Wechsel auf Slicks schlagartig. Mark Webber – und in dessen Windschatten Jenson Button – machten Meter um Meter auf den siebenfachen Weltmeister gut, dem das Rennen an sich Freude bereitete. "Das hat mir natürlich Spaß gemacht. Was mir weniger Spaß macht, ist, wenn man so kurz vor dem Podium steht, und es einem dann wieder weggeschnappt wird", ärgerte sich Schumacher über die Überholmanöver von Button und Webber, die ihn schließlich auf Platz vier zurückwarfen.
Trotzdem happy
Dennoch nahm er den Ausgang des Rennens letztlich sportlich und freute sich über das Geleistete. "Das ist nun mal der Rennsport. Auf der anderen Seite dürfen wir mit dem Rennen heute happy sein. Wir haben viel Aktion gezeigt und wir sind gut dabei gewesen", freute sich Schumacher, der den Grand Prix von Kanada als Highlight bezeichnete, nachdem die vergangenen Rennen nicht so gut gelaufen seien.

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