Jenson Button und Lewis Hamilton ließen ihre Autos am Freitag in Montreal zwar unbeschädigt, doch sie litten trotzdem darunter, dass andere ihre Boliden in die Mauern des Circuit Gilles Villeneuve bohrten. "Es ist sehr schwierig, irgendwelche Setup-Änderungen zu machen, wenn es so viele rote Flaggen gibt. Es ist überraschend, wie viele rote Flaggen es heute gab", meinte Jenson Button, nachdem es drei Unterbrechungen bei den zwei Trainings gegeben hatte.
Er wusste allerdings, dass Kanada heikel ist. Berührt ein Fahrer den Kerb falsch, ist er in der Mauer. "Hoffentlich wird morgen ein sauberer Tag", sagte der Brite. Sein Teamkollege Lewis Hamilton sah es ähnlich, wobei er Verständnis für seine Kollegen hatte. "Das ist Racing. Die Leute testen die Limits der Autos und man würde ihnen Vorwürfe machen, wenn sie es nicht täten. Es gibt keinen Platz für Fehler an einem Ort wie hier und leider haben einige Leute heute den Preis dafür bezahlt - sie werden morgen wieder zurückkommen", erklärte der McLaren-Pilot.
Longrun-Pace ist da
Für Hamilton kam es sogar noch ein wenig dicker, da er sich einen Plattfuß einfing, als Jerome D'Ambrosio für die letzte rote Flagge des Tages sorgte. "Es müssen Trümmer gewesen sein, weil ich gerade erst rausgegangen war." Ungeachtet der Störungen konnte McLaren aber doch einiges an Arbeit durchbringen. Hamilton berichtete, dass zahlreiche neue Teile evaluiert wurden, wobei er aber noch nicht die perfekte Balance fand. "Unsere Longrun-Pace ist aber ziemlich gut, die Pace ist da. Es sieht wieder einmal sehr eng zwischen Red Bull, Ferrari und uns aus. Wir werden also am Qualifying arbeiten, das Auto gut abstimmen und dann werde ich Daumen drücken", meinte Hamilton.
Button betonte, dass McLaren sich am Freitag nicht auf Rundenzeiten und Fahrten mit wenig Benzin konzentriert hatte, sondern mit viel Benzin auf den superweichen Reifen unterwegs war, was er als viel wichtiger erachtete. Er glaubte, das Auto am Samstag noch auf den Einsatz mit wenig Benzin einstellen zu können. Ansonsten zog er vorerst die gleichen Schlüsse wie Hamilton: "Die Red Bulls sind schnell, Ferrari ebenfalls, Mercedes und wir auch - ich denke, es wird etwas enger als es in den vergangenen Rennen war."

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