Wie sieht Ihre Reaktion auf die Entscheidung der FIA aus, den Bahrain GP doch auszutragen?
Eric Boullier: Lotus Renault GP erkennt die Entscheidung des FIA-Weltrats vom Freitag, den 3. Juni 2011 an. Die Entscheidung wird wohl innerhalb der FOTA diskutiert werden, wonach wahrscheinlich eine detaillierte Aussage abgegeben werden kann. Ich habe bereits ausgiebig über die Position unserer Teams zu dieser Angelegenheit gesprochen: Wir reisen gerne nach Bahrain, so lange unsere Sicherheit und die Sicherheit der Leute dort garantiert ist.

Monaco war ein ereignisreiches Rennen, was sagen Sie mit etwas Abstand dazu?
Eric Boullier: Zunächst war ich froh, dass Vitaly sich keine Brüche zugezogen hat bei seinem Unfall. Wir waren sehr besorgt um ihn, aber zum Glück haben wir bald erfahren, dass er sich nichts Ernstes getan hat. Danach waren wir enttäuscht, dass uns eine gute Möglichkeit auf Punkte entgangen ist. Vitaly lag auf einer guten Platzierung, um in die Top-3 oder Top-4 zu gelangen, es war also eine verpasste Gelegenheit für uns, aber wir müssen weiter daran arbeiten, um besser zu qualifizieren – dann haben wir auch am Sonntagnachmittag bessere Chancen.

Einige Fahrer wie Jenson Button verlangen nach mehr Streckensicherheit in Monaco. Wie sieht Ihr Standpunkt aus?
Eric Boullier: Ich verstehe die Sicht der Fahrer, wenn sie so schwere Unfälle wie in Monaco sehen. Allerdings müssen wir bei diesem Thema kühlen Kopf bewahren. Unser Sport – genau genommen jeder Sport mit hoher Geschwindigkeit – kann gefährlich sein und es ist beeindruckend, dass die meisten Fahrer bei schweren Unfällen unverletzt ausgestiegen sind. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Sport ziemlich sicher ist. Die Formel 1 und die FIA haben die Sicherheit in den letzten zwölf Monaten gesteigert und es wurde viel an den Strecken und der Fahrzeugsicherheit gearbeitet. Jetzt müssen wir an speziellen Punkten wie dem Tunnel in Monaco arbeiten. Wenn uns das gelingt, wird es zukünftig solche Dramen nicht mehr geben.

Im letzten Jahr wurde Robert in Montreal Achter und Vitaly Vierzehnter – was sind diesmal die Erwartungen?
Eric Boullier: Kanada ist ein Spezialfall, weil die Strecke ein Straßenkurs mit wenig Abtrieb ist. Wir erwarten, dass Vitaly stärker als im letzten Jahr sein wird, denn er hat sich in dieser Saison wirklich sehr verbessert. Zudem verstehen wir den Kanada GP jetzt viel besser, nachdem wir letztes Jahr dort viel gelernt haben. Ich bin mir sicher, dass beide Autos in die Top-8 kommen können.

Sie haben angesprochen, dass Sie die Qualifying-Performance verbessern müssen – wie könnte das gelingen?
Eric Boullier: James Allison und die Jungs im Rennteam arbeiten sehr hart daran. Sie haben sich verschiedene Dinge angesehen und verstehen langsam genau, was uns fehlt. Unser Auto ist schnell – manchmal sogar sehr schnell – und ich bin überzeugt, dass wir alles zusammenbekommen können, um jederzeit schnell zu sein. Es gibt aber keinen magischen Schalter, den man umlegen könnte, wir müssen viele Stunden im Windkanal verbringen, um dorthin zu kommen.

Wie wichtig ist der Kanada Grand Prix für die Formel 1?
Eric Boullier: Kanada ist ein wichtiger Grand Prix für den Sport, den es ist das einzige Rennen in Nordamerika. Die Atmosphäre und die Fans sind unglaublich. Viele Rennen können nur davon träumen, so viele Zuschauer zu haben wie in Kanada – und so gute Unterstützung zu genießen. Es ist einfach magisch, hierher zurückzukommen, denn die Unterstützung durch die Stadt ist einzigartig.