Hamilton musste für Presserunde ins Media Center, Foto: Sutton
Hamilton musste für Presserunde ins Media Center, Foto: Sutton

Monaco-Neubürger Paul di Resta lobt zwar unermüdlich die tolle Organisation rund um den Monaco-GP und in der Stadt überhaupt, doch das ändert freilich nichts daran, dass sich am Mittwoch im Fahrerlager und auch im sonstigen Umfeld des Rennens noch einige Baustellen auftaten. Barcelona und Monaco innerhalb einer Woche, mit dem einen Tag weniger durch den Trainingsbeginn am Donnerstag, ist eben logistisch nicht so einfach.

Mercedes die bösen Buben?

Einige Motorhomes waren noch im Aufbau begriffen, unter anderem das von McLaren - sodass die Presserunde von Lewis Hamilton ausnahmsweise im offiziellen Media Center stattfinden musste, was normalerweise für teameigene Events überhaupt nicht geht. Bei Virgin fiel der eigentlich schon übliche Donnerstags- bzw. in diesem Fall Mittwochs-Cocktail am späten Nachmittag aus. Als Bernie Ecclestone am Abend in Begleitung von Flavio Briatore ins Fahrerlager kam, war sein Motorhome gerade erst fünf Minuten vorher eingeparkt worden und noch nicht wirklich voll funktionstüchtig.

Gerüchteweise soll Mercedes an den Verzögerungen schuld gewesen sein. Die Silbernen stehen mit ihrem "Palast" ganz am Ende des engen Monaco-Fahrerlagers, mussten also an Ort und Stelle sein, ehe die anderen mit dem Einrangieren und Aufbauen beginnen konnten. Mercedes sei mit Verspätung aus Barcelona gekommen, hörte man an einigen Ecken im Fahrerlager, was von den Gescholtenen selbst freilich heftig dementiert wurde. Dass die Drehkreuze der FOM, die die Fahrerlager-Eingänge "sichern", erst überhaupt noch nicht da waren, dann eine Zeitlang nicht funktionierten, freute unter Garantie zahlreiche Fans, die so die Chance hatten, doch einmal ins "Allerheiligste" der Formel 1 vorzudringen.

Schnappsidee Brasilien/Indien

Die dort arbeitenden Teams und auch Medienvertreter hatten angesichts des herrschenden Gedränges allerdings weniger Freude. Und auch im Pressezentrum funktionierte nicht alles, wie es sollte. Vom Internet angefangen, was allerdings ein häufiges Monaco-Problem ist, bis zu der Tatsache, dass die Pässe für die nicht permanent akkreditierten Journalisten erst nachmittag nach 16 Uhr verfügbar waren.

Fazit des Ganzen: Wenn schon back-to-back zwischen Barcelona und Monaco nicht funktioniert, verstehen hoffentlich jetzt manche Oberchefs in der Formel 1, dass - von allem anderen in Bezug auf Bahrain einmal abgesehen - die Idee, Bahrain auf den Indien-Termin zu legen und dann Brasilien und Indien, wo man noch nie war und keinerlei Erfahrungswerte hat, innerhalb einer Woche zu fahren, eine Schnapsidee ist, die in der Praxis eigentlich überhaupt nicht funktieren kann.