Sebastian Vettel hat keine Erinnerungen an das vergangene Jahr. Zumindest wenn es um die Ereignisse des 30. Mai 2010 geht - die Kollision zwischen ihm und seinem Teamkollegen Mark Webber in Istanbul. "Wir können die Vergangenheit nicht verändern", betont Vettel. "Wir haben daraus gelernt und seitdem sind wir viele Rennen gefahren. Hierher zurückzukehren, verändert nichts für mich."
Etwas ist dennoch anders: Vettel ist Weltmeister, führt die WM erneut an und gilt auch in der Türkei als Favorit - dafür sollen neue Teile und ein endlich funktionstüchtiges KERS sorgen. "Eine Garantie gibt es zwar nie, aber wir haben einen Schritt nach vorne gemacht", glaubt Vettel. "Auf dem Brett sieht es gut aus, nun müssen wir es auf der Strecke bestätigen."
Denn ein schnelles Auto bringe ihm nichts, wenn es nicht ins Ziel komme. "Wir hatten ein sehr gutes Auto in China, es war nicht perfekt und ist nicht alles nach Plan verlaufen, aber wir können mit den Punkten zufrieden sein", blickt er zurück. "Die Leute haben schon nach zwei Rennen seltsame Fragen gestellt, ob wir dominieren, die anderen keine Chance mehr haben, aber ich habe immer gesagt, dass das in meinen Augen falsch ist."
Kleine Fehler entscheiden
Ein kleiner Fehler wie in China genüge bereits und schon gewinne ein anderer Fahrer, in diesem Fall Lewis Hamilton. "Ich verliere nicht gerne, aber niemand ist unschlagbar, selbst wenn man es nicht mag", sagt Vettel. McLaren habe auch nicht glücklich gewonnen, sondern bessere Arbeit abgeliefert. "Sie haben uns gefordert und bessere Leistung abgeliefert. Es lag nicht am Glück. Wir müssen daraus lernen und dürfen die Fehler nicht wiederholen."
Die Beziehung zu seinem Teamkollegen Webber hat sich durch den Türkei-Unfall aus dem letzten Jahr und dessen Aussagen nach Shanghai, dass er sich darüber freue, endlich einen anderen Sieger als Vettel zu sehen, nicht gelitten. "Wir sind nicht die besten Freunde, aber zeigt mir ein Fahrerpaar, das abends ein Bier zusammen trinken geht", betont Vettel. "Alles in allem bin ich mit Mark zufrieden."
Dessen Strategie von ganz hinten mit mehr frischen Reifen nach vorne zu fahren eifert Vettel aber nicht nach. "Einige machen da jetzt Panik, aber mein Motto lautet: Wenn Du Spaß haben willst, starte von hinten, wenn Du gewinnen willst, starte von vorne."



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