Für Alexander Wurz heißt der Favorit in Istanbul Red Bull Racing. "Dafür muss man kein Experte sein. Es geht darum, ob Red Bull überlegen ist oder nicht", erklärte der frühere F1-Rennfahrer. Allerdings hat der Österreicher auch McLaren auf der Rechnung. In den vergangen zwei Jahren gewannen im Istanbul Park Lewis Hamilton und Jenson Button. "Die Strecke entspricht der Philosophie von McLaren, Autos zu bauen. Es wird knapp hergehen", so Wurz.

Auch Ferrari will er trotz der zuletzt mäßigen Performance nicht abschreiben. "Es ist ernüchternd. Für ein so erfolgreiches Team wie Ferrari kann man das Wort katastrophal durchaus in Erwägung ziehen, trotzdem darf man Ferrari nicht abschreiben", betonte Wurz. "Ein Fernando Alonso kann immer auf das Podest fahren. Auch wenn er nicht über das schnellste Auto verfügt." Laut dem Österreicher spielen aktuell drei Komponenten eine wichtige Rolle.

"Neben dem Fahrer und dem Konstrukteur spielt mittlerweile auch der Stratege eine Schlüsselrolle", erklärte Wurz. "Ein neuer Satz Reifen im Rennen ist oft besser, als zwei oder drei Startreihen weiter vorne zu stehen." Mit dieser Strategie konnte Hamilton in China Vettel hinter sich lassen. Die aktuelle Entwicklung in der Formel 1 sieht Wurz durchaus positiv. "Ich persönlich finde es cool. Es kommen jetzt auch andere Qualitäten der Piloten zum Ausdruck wie die Renntaktik, bessere Setup-Arbeiten oder ein cleverer Fahrstil, um den Reifen zu schonen", sagte Wurz gegenüber Motorsport-Magazin.com.

In der Türkei könnte das Wetter zusätzliche Spannung bringen, denn für das Wochenende sind heftige Regenfälle und Temperaturen um die 10 Grad vorhergesagt. "Eine Rennstrecke ist wie eine Skipiste - sie verändert sich ständig. Darauf gilt es an der Boxenmauer zu reagieren. Sicher können dabei menschliche Fehler passieren - und genau das ist das Spannende", betonte Wurz.