Virgin Racing hat beim China GP zumindest zwei Ziele erreicht: Sie brachten beide Autos unbeschadet ins Ziel und setzten sich vor die HRT-Konkurrenz. Die Lücke zum angepeilten Ziel - Team Lotus - war in Shanghai allerdings wieder einmal groß. Virgin-Teamchef John Booth war vor allem von der Performance von Jerome d'Ambrosio angetan. "In seinem dritten Rennen überhaupt hat er ein sehr gutes Resultat erzielt. Er hat meine Anerkennung, dass er es mit zwei Boxenstopps durchs Rennen geschafft hat", so Booth.

Während man den Belgier zwei Mal in die Box beordert hatte, absolvierte Teamkollege Timo Glock drei Boxenstopps. Das sollte sich als möglicher Fehler herausstellen, wie Booth vermutete. "Jeromes Zwei-Stopp-Strategie stellte sich im Vergleich zu Timos drei Stopps als viel besser heraus. Timo hatte den Verschleiß seiner hinteren Reifen angemerkt - wir entschieden vielleicht ein wenig zu schnell, ihn auf drei Reifenwechsel umzustellen", gab Booth zu. "Wir haben Timo nicht geholfen, und als wir beim letzten Stopp ein Problem hatten, verlor er dadurch etwas Zeit und musste hart kämpfen, um die HRT-Piloten wieder zu überholen."

Glock verliert 15 Sekunden

Glock selbst gab im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com an, dass ihn der letzte Wechsel 15 Sekunden gekostet habe, weil das Vorderrad nicht richtig drauf ging. Schließlich musste sich der Deutsche seinem Teamkollegen geschlagen geben: Glock landete auf Rang 21, d'Ambrosio einen Platz davor.

Entsprechend zufrieden war der F1-Rookie mit seinem Wochenende in China. "Das ist das zweite Mal, dass ich ins Ziel komme - also bin ich froh", so d'Ambrosio. "Ich denke, dass ich durchs komplette Wochenende einen Schritt nach vorn gemacht habe. Mein Pace im Rennen war viel besser, als in den vergangenen beiden Rennen." Der Belgier stellte fest, dass er sich von Rennen zu Rennen verbessern würde und freute sich auf den anstehenden Türkei GP. Dort will das Team ein großes Update an den MVR-02 bringen.