An einem Wochenende an dem Ferrari-Pilot Felipe Massa in der Qualifikation mit Teamkollege Fernando Alonso auf Augenhöhe war, gelang es dem Brasilianer zum zweiten Mal in Folge, sich im Rennen vor den Spanier zu setzen. "Ich bin sehr, sehr glücklich über meine Leistung. Es war mein bestes Rennen in diesem Jahr - auch eines der besten im Vergleich zum vergangenen Jahr", jubelte Massa, der dennoch mit seiner Platzierung haderte. "Es ist wirklich eine Schande, dass wir es nicht hinbekommen haben, das Rennen auf einer besseren Position zu beenden."

Falsche Entscheidung

Schuld an dieser Misere war die Entscheidung des Teams von einer eigentlich geplanten Drei-Stopp-Strategie auf zwei Stopps zu wechseln. "Nachdem wir beobachtet hatten wie alle stoppten, haben wir im ersten Stint die Entscheidung getroffen", verriet Massa. "Doch leider hat es nicht funktioniert, wie wir erwarteten." Besonders bitter hierbei ist, dass der Brasilianer an die Vorteile der ursprünglichen Strategie glaubte, die seiner Meinung nach die "richtige Strategie" gewesen wäre. Letztlich hätten alle anderen die bessere Wahl getroffen und ihn am Ende problemlos überholen können. Doch Massa, der zeitweise sogar auf Rang zwei lag, machte Ferrari aufgrund der Strategie keine Vorwürfe: "Jetzt ist es leicht zu sagen, dass wir nicht auf der Richtigen waren, aber wir sind ein Team und tragen unsere Entscheidungen gemeinsam."

Auf Augenhöhe mit den Führenden

Vor allem die Fortschritte des 150 ° zauberten Massa aber ein Lachen ins Gesicht. "Es wirkte so, als hätten wir zwischen der Qualifikation und dem Rennen ein anderes Auto gefunden: Gestern waren wir nicht konkurrenzfähig und heute haben wir bis zum Ende mit den Führenden gekämpft", jubelte der 29-Jährige. Doch relativ schnell nach seinem letzten Stopp wurde deutlich, dass sich die Lücke zwischen Massa und seinen Hintermännern verkleinerte, bis zuerst der spätere Sieger Hamilton vorbeiging und im Anschluss Button, Rosberg und Webber folgten. "Unglücklicherweise konnten wir auf den harten Reifen unsere Position nicht bis zum Ende verteidigen", zeigte er sich enttäuscht.

Allerdings sah der Ferrari-Pilot diese Problematik auch beim Weltmeister. "Vettel hat die gleiche Entscheidung wie wir getroffen und wir hatten annähernd die gleiche Geschwindigkeit." Zudem war der Brasilianer der Überzeugung, dass er auch auf weichen Reifen keine großen Einbußen gegenüber dem Red-Bull-Piloten hätte hinnehmen müssen. Trotz aller Enttäuschung war Massa in Gedanken schon bei den Schritten die noch erledigt werden müssen, bevor die Reise in die Türkei geht. "Möglicherweise hätten wir aufs Podium fahren können, aber wir müssen uns jetzt gemeinsam mit den Ingenieuren alle Details ansehen", sagte Massa, der das Ziel verfolgt, durch harte Arbeit vor allem die Ergebnisse der Qualifikation zu verbessern.