Die ersten beiden Saisonrennen sind vom Speed her für uns ja ziemlich gut gelaufen. In Australien hat auch das Ergebnis gestimmt, und auch in Malaysia hätte ich ja ohne die blöde Geschichte mit dem Speedlimiter wieder in die Punkte fahren können. Zu dem Zeitpunkt der Strafe lag ich knapp hinter Kobayashi - und der ist ja am Ende Siebter geworden.
Das ist auch hier wieder das Ziel: Ein sauberes, gutes Wochenende zu haben, uns so gut wie möglich zu qualifizieren und dann in die Punkte zu kommen. Top-10, das ist das Ziel. Aber es ist immer sehr schwierig, vor dem Wochenende etwas zu sagen, weil man nie weiß, was zum Beispiel die anderen an Neuerungen mitbringen. Ich erwarte schon ein gutes Wochenende für uns, mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau wie Melbourne oder Malaysia.
Wir selbst haben ein paar kleinere Updates, die uns ein bisschen mehr Abtrieb bringen sollten, aber nichts Großes. Aber ich habe sehr viel Vertrauen in das Auto, in das Team, dass wir ein gutes Wochenende haben werden.
Die Strecke hier in Shanghai gefällt mir sehr gut, alles ist sehr großzügig, die Geraden sind sehr lang, da wird es sicher interessant sein, wie sich das DRS auswirkt. Einige Teams haben da ein Heckflügel-System, das schon ein bisschen besser funktioniert als bei anderen, das könnte hier dann schon einen deutlichen Unterschied machen. Aber ich erwarte in der Hierarchie keine großen Unterschiede. Ich denke schon, dass Red Bull wieder vorn sein wird, auch wenn man nie weiß, wie viel die McLaren mit ihren Neuerungen noch aufholen können.
Wichtig ist hier, aufgrund der langen Geraden, einen guten Kompromiss zwischen Downforce und Geschwindigkeit zu finden. Auf den meisten Strecken geht man inzwischen Richtung maximum Downforce, aber hier ist die Gerade so lang, dass man da auch wirklich auf den Topspeed achten muss. Es gibt dann aber auch viele Bremsphasen, wo Downforce natürlich schon hilft, auch ein paar langsame Kurven. Also muss man eben, wie gesagt, auf einen Kompromiss aus sein.
Generell ist die Strecke sehr eben, das heißt, man kann von der Abstimmung her ein ziemlich steifes Auto fahren. In vielen Kurven, etwa 1, 6, 13, 14, die sehr langgezogen sind, werden die Reifen wieder sehr stark beansprucht. Da müssen wir aufpassen.

Auf der einen Seite wird der Reifenverschleiß dadurch hier vielleicht sogar höher sein als in Malaysia, auf der anderen aber geringer, weil die Streckentemperaturen doch deutlich niedriger sein dürften. Das hat man in Malaysia schon am Sonntag gesehen, was das für einen Unterschied gemacht hat, als es dort gegen Abend etwas kühler war, da ging der Verschleiß sofort runter.
Insgesamt denke ich, dass es deshalb hier etwas weniger sein wird als in Sepang - aber zwei bis drei Stopps werden sicher wieder die Regel sein. In Malaysia war es schwierig zu entscheiden, im Nachhinein glaube ich, dass dort Drei-Stopp die schnellste Variante war. Aber man denkt vorher manchmal, dass man dann noch mehr überholen muss und geht lieber auf Nummer sicher. Wobei sich jetzt mit dem DRS auf die Dauer die Tendenz vielleicht doch zu einem Stopp mehr durchsetzten wird, weil man eher davon ausgehen kann, dass man auch vorbeikommt.
Wir liegen im Moment in einer Gruppe von Teams, die ganz eng zusammen sind. Sauber ist natürlich ein großer Gegner für uns, im Qualifying sind sie drei, vier Zehntel schneller, im Rennen vielleicht ganz knapp vor uns. Dass wir im Moment sogar mit Mercedes kämpfen können, ist für uns natürlich eine große Sache. Die sind im Qualifying noch einen Tick schneller, im Rennen aber nicht.
Force India war in Malaysia vielleicht knapp hinter uns, aber das kann auch mal anders herum gehen. Williams hatte dort ein schlechtes Wochenende, aber dass das immer so sein wird, darauf können wir uns nicht verlassen. Wir müssen einfach sehen, dass wir alles perfekt zusammenbekommen, wenn wir uns in dieser Gruppe wieder gut behaupten wollen.

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