Nick Heidfeld war kein glücklicher Rennfahrer, nachdem er sich am Freitag in Sepang zwei Mal in den Reifenstapel verabschiedet hatte und dabei zwei Frontflügel zerstörte - einer davon war das neue Modell, von dem er nur eine Variante dabei hatte. "Natürlich ärgert man sich dabei. Der erste Abflug war etwas unnötig. Ich war erst ein paar Runden gefahren, die Balance war nicht wie gewünscht, ich fühlte mich aber sehr wohl und ging da übers Limit", sagte der Renault-Pilot.

Vorne mitfahren sollte noch gehen

Was den Verlust des neuen Flügels betraf, so konnte Heidfeld nicht genau sagen, wie groß der Nachteil dadurch sein würde. Theoretisch sollte der neue Flügel besser sein, von Session zu Session war der Unterschied aber nur schwer zu spüren. "Ich hoffe, es ist kein Unterschied wie Tag und Nacht. Es sollte immer noch ein Auto sein, mit dem man vorne mitfahren kann", meinte Heidfeld. Vorerst blieb aber einmal der Ärger über seine eigenen Fehler, er beteuerte, sich an keinen Tag erinnern zu können, an dem er so verwachst hatte. "Man versucht aber immer, das Positive zu sehen und daher dachte ich, besser jetzt als morgen."

Was er sonst nach dem zweiten Unfall so dachte, wollte er nicht sagen, denn das wäre seiner Meinung nach nicht druckreif gewesen. Vom Team gab es aber keine großen Beschwerden. "Bis jetzt halten sich alle verschlossen. Es ist wohl noch genug Vertrauen in mich da. Es freut sich aber keiner drüber. Sie wissen aber so gut wie ich, dass ich mich da mehr drüber ärgere als alle Anderen", erklärte Heidfeld. Und wie er sich ärgerte, denn schon während der Unfälle hatte er genug Zeit zum Nachdenken, da sie so langsam passierten.

Wie eine Ewigkeit

"Das kommt einem vor wie eine Ewigkeit, wenn die Reifen auf einen zukommen und es war ja auch nicht sonderlich schnell. Du ärgerst dich eh schon und denkst, nicht noch einmal, das kann doch nicht sein. Das sieht nach außen hin schon sehr blöd aus. Und dann noch so langsam, aber schnell genug, um den Flügel kaputtzumachen", sagte er. Nach seinem zweiten Ausritt fuhr Heidfeld auch noch weiter, doch nach einem ersten Funkspruch, der besagte, er solle langsam fahren, folgte ein zweiter, der ihm zu stoppen riet, weil das Risiko bestand, dass der Flügel unter das Auto kommen oder irgendwo auf der Strecke liegen bleiben könnte.

"Deswegen habe ich abgestellt und zum Glück eine Abkürzung gefunden, von wo wir den Wagen zurückschieben konnten. Dadurch konnte ich noch einmal rausfahren", berichtete Heidfeld. Hilfe beim Arbeitsprogramm war das natürlich keine. "Wir konnten weniger Tests machen. In Malaysia hatten wir aber noch weniger Runden und es hat trotzdem gut geklappt." Vorerst blieb aber die Erkenntnis, dass es am Nachmittag nicht nach Wunsch lief. Im ersten Training war er zufrieden, hatte er nach zwei gezeiteten Runden mit Luft nach oben doch Platz fünf erreicht. "Im zweiten Training war es dann schwieriger. Da fuhr ich mehr Runden und war nur Achter."

Mercedes sah stark aus

Und das freute ihn nicht, selbst unter dem Blickwinkel, dass einige vor ihm wohl eine Qualifying-Simulation gefahren waren. Der Abstand war aus seiner Sicht auch zu groß. Unter den Qualifying-Simulanten war wohl auch Mercedes und obwohl der Rennstall auf Zeit gefahren war, hatte Heidfeld die Truppe stark erlebt. "Mercedes sah sehr stark aus. Nicht in der ersten Session, aber in FP2. Selbst wenn sie da eine Qualifying-Simulation gefahren sind, war das schnell - im Vergleich zu allen Anderen und in Relation zu dem, was sie bei den letzten Rennen gezeigt haben. Es scheint ein guter Schritt zu sein."