Was bereits nach den Wintertests klar abzusehen war, hat Sebastian Vettel bei der ersten richtigen Bewährungsprobe im Albert Park nun eindrucksvoll demonstriert. Der RB7 ist das Maß der Dinge in der Königsklasse. Mit fast acht Zehntel Vorsprung sicherte sich der amtierende Weltmeister die erste Startposition für den Saisonauftakt 2011. Und all das ohne KERS, wie sich nun herausstellte. "Ich habe KERS heute nicht eingesetzt. Warum bleibt aber wahrscheinlich unser Geheimnis", scherzte Vettel nach der Pole-Fahrt.
"Alles in allem war es ein sehr guter Tag für uns und bis jetzt auch ein gutes Wochenende. Ich habe mich heute durchaus wohler im Auto gefühlt als gestern. Ich will nicht sagen, dass ich da Probleme hatte, aber ich war noch nicht ganz so glücklich mit der Balance und dem Set-Up", erklärte der Heppenheimer. "Nun haben wir noch einmal einen Schritt nach vorne machen können. Alles in allem bin ich sehr zufrieden", meinte der Red-Bull-Pilot, der aber auch hinzufügte: "Morgen wartet ein sehr langes Rennen. Teilweise fahren wir vielleicht ein bisschen ins Ungewisse, weil wir nicht ganz genau wissen, was uns beispielsweise mit den Reifen erwartet. Lassen wir uns überraschen", wollte sich Vettel nicht zu früh freuen.
Keine voreiligen Schlüsse
Um die allgemein herrschende Euphorie über die Performance des RB7 etwas zu dämpfen, erklärte der Deutsche: "Was diese Überlegenheit angeht, muss man die Füße auf dem Boden lassen. Heute war bei dem ein oder anderen noch der Wurm drin - zum Beispiel was die Reifen betrifft und wenn man sie nicht ganz zum funktionieren bringt. Ich hatte heute keine Probleme, aber da kann sehr schnell sehr viel Zeit fehlen. Deshalb darf man da nicht zu schnell Schlüsse daraus ziehen", erklärte der 23-Jährige und fügte hinzu: "Für uns ist wichtig, dass wir uns weiter auf uns konzentrieren und Schritt für Schritt sauber arbeiten."
Sorgen bezüglich des starken Reifenabbaus machte er sich für Sonntag trotz aller Tiefstapelei aber keine. "Alle anderen haben auch die weichen Reifen drauf. Wenn die abbauen, heißt es: Gleiches Recht für alle", lachte der Weltmeister. "Wir waren im Vergleich zum Test ganz gut unterwegs, aber es erging allen besser. Es ist nun viel einfacher die Reifen länger am Leben zu halten. Also sollte es auch morgen besser gehen", prognostizierte der Red-Bull-Pilot. Abermals wollte Vettel dann aber darauf hinweisen, dass noch nichts in trockenen Tüchern sei. "Wir haben morgen am Start nur acht Meter Vorsprung - nicht mehr und nicht weniger. Wir wollen erst einmal die Zielflagge erreichen und dann versuchen wir da ins Ziel zu kommen, wo wir losgefahren sind", so der Deutsche.
"Einfach mal abwarten was passiert. Auch das Wetter ändert sich hier schnell. Es gibt also viele Unbekannte, die auf einen niederprasseln könnten", sagte Vettel, der aber auch klarstellte: "Ich freue mich auf das Rennen. Bei den Reifen geht es zwar allen so, dass wir nicht wissen, wie es aussieht und uns bisschen überraschen lassen müssen - aber ich denke wir sind gut vorbereitet. Ich glaube es gibt morgen sehr viel zu lernen."

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