Nach Jackie Stewart, Mark Webber und Sam Michael steigt nun auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh in die Strecken-Diskussion ein. Die Problematik mangelnder Überholmanöver und spannender Stellen im Kalender der Königsklasse stellt für den Briten ganz einfach ein Versäumnis der letzten Jahre dar. Die Show für die Zuschauer soll 2011 zwar durch diverse technische Neuerungen verbessert werden, doch bei den Strecken besteht noch Nachholbedarf.

Die Verbesserungsvorschläge von Whitmarsh mögen für so manchen Fan jedoch ungewöhnlich klingen. "Man denke nur an Flughafen-Kurse, wie Cleveland - mit den weiten Kurven ist mehr als eine Linie möglich. Da sieht man, wie einfach es sein kann", erklärte der McLaren- und FOTA-Chef gegenüber Motor Sport.

In Abu Dhabi steckt man schnell hinter dem Vordermann fest - diese Erfahrung machten 2010 auch McLarens Piloten Button und Hamilton, Foto: Bridgestone
In Abu Dhabi steckt man schnell hinter dem Vordermann fest - diese Erfahrung machten 2010 auch McLarens Piloten Button und Hamilton, Foto: Bridgestone

Whitmarsh wollte die Verantwortlichen der Rennen selbst jedoch nicht zu sehr kritisieren, fügte aber hinzu: "Auf der anderen Seite könnte man schon sagen, dass es eine verschwendete Möglichkeit ist, wenn man eine der längsten Geraden der Formel 1 hat und darauf dann eine Schikane folgt, in der es überhaupt nur eine einzige Linie gibt." Der McLaren-Mann spielte dabei klar auf den neuen Kurs in Abu-Dhabi an, der trotz immenser Baukosten beim Saisonfinale im vergangenen Jahr nicht gerade dazu beigetragen hatte, dass es zu spannenden Szenen kommen konnte.

Es ginge aber auch anders. "Brasilien ist ein gutes Beispiel. Die Anlage dort ist zwar nicht gut, aber die Rennen sind immer fantastisch", so der Brite. "Wenn man ein ganz neues Projekt in der Wüste beginnt und offenkundig keine Struktur- oder Budget-Einschränkungen hat, ist es eigentlich eine Schande, dass wir nicht einfach den leichtesten Weg wählen und einige der besten Kurven der Welt kopieren", meinte Whitmarsh.