Heimrennen sind für jeden Fahrer etwas Besonderes, für Brasilianer aber anscheinend immer noch besonderer als für den Rest der Fahrerschaft. So schwärmt Rubens Barrichello vor dem Wochenende in Interlagos in höchsten Tönen. "Das ist mein Lieblingsrennen. Ich liebe die Stadt, die Leute und die Einstellung der Fans. Ich liebe es einfach, dort zu sein, aber es geht zu schnell vorbei", sagt Barrichello. Und natürlich gefällt dem Brasilianer die Strecke selbst auch. Das Layout findet er großartig und die Doppelrechts-Kombination in Kurve sechs und sieben hält er für die besten Kurven der Welt.

"Es gibt in Interlagos Orte zum Überholen, wobei es auch immer die Chance auf Regen gibt, um es interessant zu machen. Ein gutes Setup und ein gutes Qualifying sind wichtig, aber es ist nicht immer einfach, das Auto abzustimmen - man braucht starke Traktion und Balance", erklärt Barrichello. Er meint, der Williams funktioniert normalerweise gut in Brasilien und da er einen neuen Motor für das Rennen hat, schätzt er seine Chancen gut ein. "Den Nachrichten nach zu schließen, die ich bekommen habe, weiß ich, dass die Fans dem Team ein gutes Abschneiden an diesem Wochenende wünschen und wir werden pushen, damit wir auch abliefern."

Hülkenberg baut auf Erzählungen

Barrichellos Teamkollege Nico Hülkenberg sieht es nicht anders, wobei er noch nie in Brasilien war, aufgrund der Aussagen seiner Kollegen aber mit Vorfreude anreist. "Interlagos ist eine weitere neue Strecke für mich und eine der wenigen Strecken im Kalender, die gegen den Uhrzeigersinn läuft. Sie sieht fordernd und interessant aus. Ich freue mich besonders auf das Senna-S und die Kurven sechs und sieben; die schnelle Doppelrechts", sagt der Deutsche. Nach seinem nicht ganz einfachen Rennen in Korea kann es Hülkenberg nun jedenfalls nicht erwarten, wieder zu fahren, das Ziel ist dabei klar: weitere Punkte.

So würde sich das Williams-Technikdirektor Sam Michael von beiden Fahrern wünschen, um in der Konstrukteurs-Wertung vielleicht Force India zu überholen, das aktuell drei Punkte Vorsprung hat. Um das zu schaffen, soll es bereits im Qualifying in die Top Ten gehen, wobei Michael weiß, dass Interlagos die Aufgabe nicht einfach macht. "Der Brasilien Grand Prix hat in den vergangenen Jahren im Nassen und Trockenen tolles Racing geboten. Die Strecke von Interlagos ist einfach toll. Es wird viel Abtrieb verlangt, aber die aerodynamische Effizienz ist wichtig für die Geraden", erklärt der Technikdirektor.