Die Simulator-Arbeit ist gemacht, die Strecke soweit einmal abgespeichert, nun warten Adrian Sutil und Tonio Liuzzi darauf, was sich ihnen auf dem Korea International Circuit wirklich bietet. Bislang erwarten beide einmal eine gute Strecke mit interessanten Kurven und Überholmöglichkeiten. "Ich würde sagen, es ist ein mittelschneller Kurs - es gibt drei lange Geraden, wo man mehr als 315 km/h erreichen kann, aber auch langsame und mittelschnelle Passagen, die den Speed runterbringen. Es gibt einen echten Mix aus Kurven, darunter einige im Tilke-Stil, wie die Haarnadel nach einer der Geraden und einige flüssige Kurven", sagt Sutil.

Was er noch nicht kennt, sind etwaige Bodenwellen, den Grip und die Kerbs. Allerdings rechnet Sutil damit, dass sich der frisch verlegte Asphalt im Laufe des Wochenendes stark entwickeln wird. "Das wird wohl einer der Haupt-Gesprächspunkte sein und wir werden schauen, dass wir am Freitag so viele Informationen wie möglich sammeln. Ich erwarte, dass wir mittleren Abtrieb fahren, aber es wird viel von den Bodenwellen und dem Belag abhängen. Gibt es viel Grip, könnten wir auch weniger [Abtrieb] fahren, aber wir sehen das, wenn wir ankommen", erklärt der Deutsche und rechnet mit einem etwas betriebsameren Training als üblich, da nur beim Fahren die nötigen Daten gesammelt werden können.

Das Land erkunden

Abgesehen von der Erkundungstour auf dem Korea International Circuit will Sutil aber auch das Land erkunden, da er noch nie dort war. Er wird einen Tag in Seoul verbringen und dann in die etwas ruhigere Region rund um die Rennstrecke fahren. "Es wird ein interessantes Wochenende, da wir einen großen Kampf austragen. Wir müssen dieses Rennen im Qualifying besser sein und natürlich auch ins Ziel kommen - es war eine Enttäuschung, [in Japan] nicht ins Ziel zu kommen, da das Auto dieses Jahr sehr zuverlässig war. Das macht mich aber nur entschlossener, diesmal Punkte zu holen; sowohl für mich als auch für das Team", meint Sutil.

Eine Zielankunft wäre auch für Liuzzi sehr willkommen, da er in Singapur und Japan nicht sehr weit kam. In Japan schoss ihn Felipe Massa ab, nachdem er eigentlich einen guten Start gehabt hatte und bis Kurve eins schon einige Autos überholt hatte. "Dann sah ich Massa, als er wie eine Rakete auf mich zuschoss. Ich war nur ein Passagier und hatte keine Chance. Wirklich schade ist, dass ich zu dem Zeitpunkt in einer guten Position war und wir viele Punkte hätten holen können", berichtet der Italiener. So gab es aber nichts und er hat sich wie Sutil akribisch darauf vorbereitet, das in Korea wieder zu ändern. Sein Eindruck der Strecke gleicht dem seines Teamkollegen, wobei er glaubt, dass es schwierig wird, ein passendes Setup für den Kurvenmix zu finden.

Neuerungen

Allgemein geht er davon aus, dass der erste Sektor mit den langen Geraden und einer engen Kurve vor einer Geraden dem Force India liegen müsste. Der zweite Sektor sollte dafür schwieriger werden, wobei Liuzzi erst den Grip und den Belag erleben will. "Dadurch wird das Training am Freitag recht anstrengend, da wir die ganzen Daten durchsehen und das Beste aus Auto und Reifen holen wollen. Wir haben auch ein paar neue Verbesserungen am Auto, wodurch das Programm noch voller wird", sagt er. Zu den Verbesserungen gehören ein neuer Vorderflügel sowie mechanische und aerodynamische Updates. Liuzzi selbst wird außerdem noch ein neues Chassis erhalten, da sein altes in Japan zu schwer beschädigt wurde. Wenn dann alles klappt, soll es neben der Zielankunft auch ein gutes Qualifying geben, denn aufgrund von Aufwärm-Problemen mit den Reifen lief es dort zuletzt schwierig.