Jenson Button überraschte im Qualifying von Suzuka ein wenig, als er sich am Ende dafür entschied, mit den harten Reifen auf den Kurs zu gehen, während die Konkurrenz mit den weichen fuhr. Eigentlich gelten die weichen Gummis als schneller, sie bauen aber auch rascher ab als erwartet, womit Fahrer auf Hart durch einen längeren ersten Stint profitieren könnten. Button erreichte mit seiner Taktik Rang sechs, wird nach dem Getriebewechsel von Lewis Hamilton aber als Fünfter starten. Nach seiner Meinung hätte er aber noch weiter vorne sein können.

"Vom Reifen kam nichts mehr, als ich die dritte Runde fahren wollte. Das funktionierte nicht. Ich hätte nur eine Runde mit den Reifen fahren sollen und weniger Benzin tanken. Das sind sechs Kilo Benzin weniger, das bringt so etwa zwei Zehntel, was etwas frustrierend ist", meinte der McLaren-Pilot. Für den harten Reifen hatte er sich einerseits entschieden, weil er sich damit besser fühlte, allerdings gestand er auch zu, dass sich das ändern kann, wenn mehr Gummi auf der Strecke ist. Andererseits wollte er eine andere Taktik versuchen.

Risiko ist nicht groß

"Es ist vielleicht ein Risiko, aber ich glaube nicht, dass es ein großes ist. Der weiche Reifen war für uns am Freitag schwer zu handhaben, also werden wir sehen, wie es auf dem Prime läuft. Alle Anderen sind auf dem weichen Reifen und Überholen ist hier immer schwer, aber wir werden es probieren", sagte er und war gespannt, wie sich die zu seinen Gegnern konträre Strategie bewähren wird.

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh glaubte, dass Buttons Taktik für das Rennen wohl die beste ist. "Er war an der Entscheidung beteiligt und ich denke, der Option-Reifen wird am Nachmittag Probleme machen, daher glaube ich, mit dem harten Reifen so nahe an der Spitze ist man gut dran. Für ihn war es das Richtige", erklärte Whitmarsh gegenüber Autosport. Der Teamchef sah den McLaren in Suzuka als zweitschnellstes Auto und nur weil der MP4-25 so gut läuft, konnte über die Prime-Strategie überhaupt nachgedacht werden. "Der Prime ist über eine Runde klar langsamer, aber im Rennen wird er stärker sein.

Ein bisschen Glück

Whitmarsh kündigte schon einmal an, dass Button einen sehr langen Stint auf den harten Reifen fahren wird und es dank seiner Fahrweise auch kann. "Wenn wir dieses Wochenende hoffentlich ein bisschen Glück haben, können wir das auch nutzen und die Strategie geht auf." Zwar gestand auch der Teamchef, dass Button mit weniger Benzin auf den letzten Run in Q3 hätte gehen können, allerdings sei einfach nicht zu erwarten gewesen, dass er mit den harten Reifen nur mit einer schnellen Runde auskommen würde. "Das Erste, das wir alle gesagt haben, war, wenn wir bei Jenson mit dem Prime nur eine Runde gefahren wären, hätte uns das näher an die Spitze gebracht. Es wäre sehr mutig gewesen, nur eine Runde auf dem Prime zu fahren, aber das ist die normale Renn-Mentalität. Jenson fuhr seine beste Zeit auf der ersten Runde und hatte noch Benzin für zwei Runden. Er hätte also vor Alonso sein können, das ist schade."