Für viele war es heute ein hartes Rennen. Wie war es aus Deiner Sicht?
Timo Glock: Für mich war es nicht so hart, eigentlich ganz entspannt. Vom Auto her war es für mich schwieriger, weil das Auto heute sehr nervös auf der Bremse war. Ich hatte beim Anbremsen oftmals stehende Hinterräder, speziell in der ersten Kurve, wo ich auch sehr viel Zeit auf Kovalainen und Trulli verloren habe. Sonst war das Rennen gut, ich hatte einen guten Start. Ich war nach der ersten Kurve vor einem Lotus und in der zweiten Kurve fast schon vor Trulli, der zur zweiten Schikane auf der Innenseite war und habe dann einen Vorteil gehabt. Dieser Vorteil ist dann weggefallen. Ich konnte in den ersten Runden Druck auf ihn ausüben, verlor aber dann auf ihn und Trulli ist dann weggefahren. Ich habe dann versucht Kovalainen auf Distanz zu halten, habe in der Parabolica einen ganz guten Job gemacht. Der Boxenstopp war auch sehr, sehr gut - mit Kovalainen war es sehr eng. Bin nach dem Boxenstopp mit Michael zusammengeraten. Ich wollte den Platz nicht an Kovalainen verlieren, musste aber Michael vorbei lassen - das war schwierig, aber ich habe es ganz gut gelöst und bin vorne geblieben. Ich habe den Rest gut kontrollieren können, somit bin ich happy. Ich habe das Maximum herausgeholt, was wir herausholen konnten.
Alonso ist mit seinem Sieg in der WM wieder in Schlagdistanz gekommen. Was sagst Du dazu?
Timo Glock: Es war gestern schon überraschend für mich, dass er die Pole Position holte. Bei der ersten Überrundung war Jenson noch vor ihm. Ich war gespannt wie das Rennen ausgehen würde und bei der zweiten und letzten Überrundung war dann auch Fernando vorne. Die haben heute alles richtig gemacht, schön für Ferrari, schön für Fernando, dass er in der WM wieder in Schlagdistanz ist. Mal sehen, wer es am Ende macht.
Sebastian Vettel hat heute hoch gepokert. Da muss man schon Nerven haben, oder?
Timo Glock: Er musste seinen Speed bis zum Ende durchfahren. Wenn das Auto gut liegt, dann kann es mit einem Reifensatz bis zum Ende durchfahren. Red Bull hat somit alles richtig gemacht.
Jetzt steht Singapur an. Auf was können sich die Fans freuen?
Timo Glock: Ich habe im Vorjahr ein tolles Resultat gehabt. Ich bin als Zweiter auf dem Podium gestanden, was dieses Jahr ein bisschen schwieriger wird. Generell freue ich mich auf das Rennen. Ich habe dort einen guten Rhythmus gefunden, die Strecke macht Spaß und wenn man dort einen Fehler macht, dann ist in Singapur die Mauer sehr, sehr nah. Das macht den Reiz aus, es wird bestimmt eine gute Show.

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