"Jemand hat mir erzählt, dass noch niemand sooft durch Eau Rouge gefahren ist wie ich und das gibt mir ein gutes Gefühl", erklärte Rubens Barrichello vor dem Großen Preis von Belgien. Für den Brasilianer ist es der 300. GP in seiner F1-Karriere. "Die Zahl ist für mich nichts Besonderes. Aber die Tatsache, dass ich nach 300 Rennen immer noch konkurrenzfähig bin, ist etwas Besonderes. Als ich fünf Jahre in der F1 war, war mir keine Pause lang genug. Jetzt wollte ich nach einer Woche schon wieder ins Auto zurück", verriet der Williams-Pilot.

Und fügte scherzend hinzu: "Mein Ehefrau befürchtet schon, dass ich ewig Rennen fahren könnte." Das Geheimnis seiner langen Karriere sei, dass er aus Schwierigkeiten immer gelernt habe. "Probleme sind nie schön, aber man lächelt trotzdem und lernt daraus. Es gibt im Leben immer schwere Zeiten, die man durchstehen muss und dadurch wird man besser. Ich habe jedes Jahr einen Schritt nach vorne gemacht. Ich habe mich als Fahrer und als Mensch stetig verbessert", erzählte Barrichello.

Fehler zugegeben

Von Beginn an sei er immer ehrlich zu sich und seinem jeweiligen Team gewesen. "Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann habe ich das auch gesagt", verriet der Brasilianer. Barrichello ist überzeugt, dass er dank dieser Eigenschaft auch erkennen wird, wann es Zeit ist, aufzuhören. "Wenn ich das nicht mehr so genieße wie jetzt, dann ist der Tag gekommen. Aber ich befürchte, dass die Entscheidung zum Rücktritt sehr hart wird", sagte Barrichello.

Dass er bis dato nicht den Titel gewonnen hat, bereut er nicht. "Ich habe in all den Jahren soviel gelernt und wurde soviel besser - nur darum geht es im Leben. Man muss vom Möglichen träumen. Ich bereue nichts", so der Williams-Pilot. Selbst seine Ferrari-Zeit sieht er in einem positiven Licht. "Ich hatte die Chance Rennen zu gewinnen - auch mit Michael [Schumacher] im Team. Wir hatten soviel Spaß. Es war eine großartige Zeit", so der Brasilianer.