Abhaken und weitermachen, das war Tonio Liuzzis Motto nach dem Hockenheimring. Aber auch wenn das Rennen für ihn alles andere als gut lief, so konnte er dort doch auch eine positive Erkenntnis mitnehmen. Nachdem die Probleme zu Beginn des Rennens ausgeräumt waren, war die Pace gut, auch wenn das am Ende nichts half. Er fand den Force India sogar schneller als den Renault, den Mercedes und den Williams, weswegen für Ungarn durchaus Zuversicht vorhanden war. "Es stimmt zwar, dass die Strecke dem Auto nicht so liegen sollte, aber wir glaubten, dass Monaco ein schweres Rennen für uns werden würde und dort waren wir echt stark", sagte der Italiener gegenüber Autosport.

Daher rechnete Liuzzi durchaus wieder mit Punkten. Denn die Konkurrenz hatte bei den vergangenen Rennen dank Updates zwar aufgeholt, doch in Ungarn wird Force India auch wieder Neuerungen auf das Auto bauen, darunter den angeblasenen Diffusor, der allerdings nur bei Adrian Sutil zum Einsatz kommen wird, weil bisher erst eine Version des Systems fertig geworden ist. Dass der Diffusor gleich funktionieren kann, glaubte Liuzzi durchaus, denn auch beim F-Kanal sei es schnell gegangen, bis er lief. So gab es bei der Premiere in der Türkei zwar noch Probleme, aber ab dem zweiten Rennwochenende lief er ausgezeichnet. "Wir haben Updates immer in dem Glauben gebracht, dass sie funktionieren."

Auge auf die Temperatur

Ob der angeblasene Diffusor funktioniert, wird der Freitag zeigen, denn ganz so einfach ist das System nicht und bislang konnte das Team ihn nur im Computer analysieren, Straightline-Test gab es noch keinen. Ein besonderes Auge wird natürlich auf der Temperaturentwicklung liegen, denn Force India wäre nicht das erste Team, bei dem sich der Unterboden aufgrund der umgeleiteten Auspuffgase verformt. "Allerdings könnte das hier eines der schlechtesten Rennen dafür sein, weil es hier so heiß ist. Deswegen wollen wir einen aggressiven Test, um zu schauen, ob wir das in Zukunft ohne Probleme einsetzen können", sagte Liuzzi.

Und das wäre durchaus wichtig, denn im Mittelfeld ist es enger geworden, da Williams und Sauber zugelegt haben und es damit schwieriger wird, in die Punkteränge zu kommen. "Wir hatten vorher vielleicht drei oder vier Zehntel Vorsprung, jetzt ist es vielleicht eine Zehntel. Dadurch ist es schwerer für uns, aber wenn die Dinge gut laufen, sind wir weiter vorne", sagte er. Probleme mit dem Top Speed, wie noch in Silverstone, erwartete er keine. Einerseits ist die Höchstgeschwindigkeit in Ungarn nicht wichtig, andererseits war in Hockenheim alles wieder in Ordnung. In Silverstone habe es ein Problem mit dem angeblasenen Heckflügel gegeben, das sei aber in Deutschland kein Thema mehr gewesen. "Wir sind zuversichtlich, dass das für die Zukunft passt."