Martin Whitmarsh wollte sich in die allgemeine Diskussion um eine mögliche Stallorder bei Ferrari nicht hineinziehen lassen. "Ihr solltet Ferrari fragen, was sie im Rennen gemacht haben - nicht uns. Ich gehe davon aus, dass ihr genauso viele Informationen habt wie ich. Ich habe gesehen, was ihr gesehen habt. Ich habe gehört, was ihr gehört habt. Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen", erklärte der McLaren-Teamchef.

Wichtig sei für ihn nur, dass eine Klarstellung der FIA erfolgt, was erlaubt ist und was nicht. "Wir wollen Klarheit. Wenn das, was Ferrari getan hat, erlaubt ist, dann würden wir das auch gerne machen", so der Brite. Momentan lässt McLaren allerdings seine Fahrer fahren. "Wir haben heute gezeigt wie wir damit umgehen. Wir hatten beide Piloten hintereinander. Lewis musste bis vier Runden vor Schluss Sprit sparen, während Jenson sein Auto voll nutzen konnte und auch angreifen durfte", erzählte Whitmarsh.

"Wir führen in der WM und hatten solide Punkte sicher, dennoch wir haben uns dazu entschlossen, die Beiden ihr Rennen fahren zu lassen." So habe man auch schon in der Vergangenheit entschieden. "Man kann weit in die Vergangenheit zurückgehen. Wir haben unsere Fahrer immer ihr Rennen fahren lassen. Das ist gesund für das Team und das wollen wir auch weiter so beibehalten", betonte Whitmarsh. Was andere Teams machen, kommentiere er nicht. Das sei jetzt ein Fall für die FIA.

In einer anderen Ferrari-Sache äußerte der McLaren-Teamchef allerdings Bedenken und zwar, was den Frontflügel am F10 angeht. Dieser kommt McLaren komisch vor, weshalb sich Whitmarsh an Ferrari gewandt hat. "Ich habe nicht mit der FIA gesprochen, aber mit Ferrari, denn sie haben die Box neben uns und ich wollte nicht hinter ihrem Rücken über sie sprechen. Ich bin hingegangen und habe ihnen gesagt, dass wir Bedenken haben und sie vorgewarnt", verriet Whitmarsh.

Unabhängig vom Frontflügel sei Ferrari heute im Rennen eine Klasse für sich gewesen. "Ferrari war heute schnell, sie sind gefahren wie Hölle. Wir haben getan, was wir tun konnten. Wir sind mit den Plätzen vier und fünf sicher nicht zufrieden. Das Auto war nicht schnell genug, aber das Team und die Fahrer haben einen guten Job gemacht, sagte Whitmarsh.