Feiern oder schimpfen? Bei Red Bull ging die Stimmung nach dem Rennen auf dem Hockenheimring ziemlich auseinander. Positiv gestimmt war Sebastian Vettel, der sich ungeachtet des Platztausches bei Ferrari vor sich über Platz drei freute. "Heute überwiegt die Tatsache, dass wir auf das Podium gefahren sind. Viele Leute haben uns die Daumen gedrückt, deswegen ist es schön, da oben zu stehen und winken zu dürfen. Das miterleben zu dürfen, ist etwas, woran man sich lange erinnert und auf das man nach langer Zeit zurückschaut und sich freut", sagte Vettel.
Daher war das Rennen für ihn primär positiv, vor allem weil er den dritten Platz für sich als Maximum gesehen hatte. "Jetzt müssen wir schauen, was nächste Woche passiert." Denn Vettel meinte, dass in Ungarn wieder alles drin sei, auch wenn es ein harter Kampf werde. "Ich denke, unser Auto funktioniert überall gut. Ich mache mir keine Sorgen, ich denke, dass wir nächstes Wochenende wieder aufs Podest fahren können."
Klarer kann es nicht sein
Beim Rest des Teams war man vor der Entscheidung der Stewards derweil gespannt, was zur Stallorder bei Ferrari gesagt wird. "Ich bin erstaunt. Klarer kann es nicht sein", sagte Motorsport-Chef Helmut Marko. Teamchef Christian Horner hatte bereits nach dem Rennen seinen Plattenspieler eingeschaltet und wiederholte seine Botschaft immer wieder. "Felipe bekam offensichtlich eine Anweisung, ließ Fernando vorbei und das war sehr klar. Das Wichtigste ist, dass wir von der FIA eine Klarstellung bekommen, ob solche Anweisungen erlaubt sind. Die Regeln sagen, das geht nicht, also werden wir sehen", meinte Horner.
Der Teamchef erklärte, dass die FIA alle Fakten habe und nun entscheiden müsse. "Wir persönlich glauben, es ist falsch. Es gab eine Anweisung und dann tauschen sie die Plätze. Fernando ist ein toller Fahrer, ihm muss man den Sieg nicht so schenken. Felipe fuhr ein gutes Rennen. Das ist schade für die Fans, dass die Fahrer nicht gegeneinander fahren konnten", meinte er. Noch bevor die Stewards die 100.000 Euro Geldstrafe und eine weitere Verhandlung vor dem World Motor Sport Council in der Causa bekanntgaben, ließ Horner schon einmal wissen, dass ein Protest nicht ausgeschlossen ist. "Schauen wir, was die Stewards sagen und was da passiert. Wir warten, bis das Ergebnis der Untersuchung ganz klar ist."

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