"Klar liegt es an meinem Fahrstil. Ich habe auch schon versucht, den zu ändern, sodass sich die Reifen besser aufheizen, aber das ist halt nicht so einfach. Ich will ein Auto, das eher zum Übersteuern neigt - und das ist mit der jetzigen Reifengeneration sehr schwierig. Es ist ja auch nicht so, dass es nur mir so geht - viele Fahrer haben Probleme", übte sich Massa in Erklärungsversuchen.

In Hockenheim muss der Brasilianer noch mit der besonderen Situation zurecht kommen, dass erstmals die beiden Extreme im Reifenspektrum, superweich und hart, gemeinsam zum Einsatz kommen. "Das ist irgendwie eine komische Mischung, die es nicht leichter machen wird, die richtige Abstimmung zu finden, die mit beiden einigermaßen funktioniert. Mit dem weichen Reifen fürs Qualifying, mit dem harten dann für praktisch das ganze Rennen, das wird schwierig werden", meinte Massa.

Genau ein Jahr ist es jetzt her, dass der Ferrari-Pilot in Ungarn seinen schweren Unfall hatte - und er gibt zu, dass das für ihn als Mensch, für sein Leben, schon eine einschneidende Erfahrung war, die auch einiges verändert habe. "Eine Situation durchlebt zu haben, in der man nicht weit weg vom Tod war, und dann zu merken, dass meine Zeit eben offenbar noch nicht gekommen war, das prägt schon", verriet Massa.

Sportlich-fahrerisch habe das aber überhaupt nichts verändert, "und die Probleme, die ich in diesem Jahr habe, haben damit überhaupt nichts zu tun, die sind rein technischer Natur." So will er auch nichts davon hören, dass er mehr Probleme mit Fernando Alonso als seinem Teamkollegen habe als erwartet. "Das hat mit Fernando nichts zu tun. In der Formel 1 sind alle Top-Leute, und wenn dir dann das Auto oder eben die Reifen nicht passen, dem anderen aber schon, dann fährst du hinter jedem hinterher." Und wenn man dann auch noch drei Rennen hintereinander Pech habe, "und ständig gleich am Anfang irgendwas passiert, auf das man keinen Einfluss hat, dann macht das die Sache nicht besser."