Hockenheim ist wieder einmal die große Hoffnung für McLaren. Nachdem das Update mit dem angeblasenen Diffusor in Silverstone noch nicht so richtig gezündet hat, soll es nach weiteren Verbesserungen nun in Deutschland seine volle Kraft entfalten. Dass es dabei im Training wohl regnet wird, war Jenson Button egal. "Es ist nicht einfach bei dem Wetter", sagte er. "Trotzdem werden der Unterboden und der angeblasene Diffusor richtig arbeiten. Es soll mit Kraftausstoß mehr Abtrieb geben und ohne auch. Im Nassen funktioniert es genauso, also gibt es die gleiche Information."

Einzig die Hitzeprobleme, die in Silverstone noch auftraten, könnten im Regen verschleiert werden, doch Button war überzeugt, dass die gelöst worden sind. "Es geht jetzt nur darum, die Leistung zu finden, die wir in Silverstone nicht fanden", meinte er. Nach seinem Wissen werden sowohl er als auch Lewis Hamilton am Freitag mit dem neuen Unterboden unterwegs sein und er sah auch keinen Grund, ihn gleich wieder auszubauen, sollte es nicht auf Anhieb funktionieren. "Wenn es keine sofortige Verbesserung gibt, dann werden wir weiter damit arbeiten und das Auto drumherum verbessern. Es braucht Zeit, es geht da nicht nur um reine Leistung, sondern auch um das Setup."

Red Bull fordern

Denn mit der richtigen Balance, sei das System durchaus schneller. "Wir waren schon in Silverstone nicht langsamer, das haben die Daten gezeigt. Wir haben nur nicht so viel herausgeholt, wie erwartet. Hier holen wir hoffentlich so viel raus wie erwartet. Es gibt keinen Grund, warum das nicht so sein sollte." Für Button muss es besser werden, denn McLaren darf seiner Ansicht nach nicht nur darauf vertrauen, an den Rennwochenenden gute Arbeit abzuliefern. "Wir müssen Red Bull mehr fordern. Das ist das elfte Rennen des Jahres. Dieses Update muss eine Verbesserung sein, damit wir um den Sieg fahren können. Wir müssen jetzt bei jedem Rennen um den Sieg fahren und dürfen nicht nur hoffen, dass wir am Wochenende bessere Arbeit machen", betonte er.

Sollte der angeblasene Diffusor funktionieren, könne McLaren Red Bull angreifen, war er überzeugt. "Diese Strecke [Hockenheim] ist anders als Silverstone, sie ist eher wie Valencia. Es gibt viele langsame Kurven, ein paar schnelle und dann noch lange Geraden, wo der F-Kanal gut laufen sollte", sagte Button. Nach seiner Meinung werden in Deutschland aber die Reifen das größte Problem sein. Er fand es aber nicht schlecht, dass die Mischungen so weit auseinander liegen. "Wir achten gut auf die Reifen. Es wäre nur schön, wenn wir für das Qualifying noch andere Reifen hätten. Ich habe gehört, der Supersoft ist für hier sehr weich und der Harte ist sehr hart. Es wird interessant, welcher im Qualifying verwendet wird. Der Supersoft ist der Schnellere, aber es ist die Frage, ob er eine Runde hält."

2004 war F-Kanal-Training

Er rechnete durchaus mit guter Unterhaltung im Zeittraining und dann mit interessanten Strategien im Rennen, die durchaus so auseinandergehen könnten wie in Kanada."Die Leute werden verschiedenes probieren. Wenn der Supersoft so viel körnt, wie wir das erwarten, dann stellt sich die Frage, wie viele Runden er im Rennen durchhält. Es könnte ein Zweistopp-Rennen werden." Mit Problemen ist Button in Hockenheim aber bislang oft gut zurechtgekommen. Er erinnerte sich an 2004, als ihm im Rennen der Helm runterzufallen drohte. "Ich musste ihn auf der Geraden festhalten und wurde Zweiter." Mittlerweile sieht er dieses Rennen als gutes Training für die Bedienung des F-Kanals.