Das Truckfahren am Donnerstag Vormittag fiel Bruno Senna erheblich leichter als die Interviewrunden am Nachmittag. Schließlich wurden ihm dort immer wieder dieselben Fragen nach den Hintergründen seiner "Zwangspause" in Hockenheim gestellt - wobei an sich klar ist, dass Formel-1-Fahrer in so einer Situation sehr, sehr vorsichtig mit ihren Aussagen sein müssen.
So beschränkte sich der Brasilianer auch darauf, immer wieder zu betonen, dass das jetzt hinter ihm liege, dass er natürlich nicht begeistert gewesen sei, aber dass es eben eine Entscheidung des Teams gewesen sei, die er respektiere und dass das alles nicht mehr so wichtig sei.
"Natürlich ist es schade, ein Rennen zu verpassen, aber das Wichtige ist, dass ich jetzt hier wieder im Auto sitze und den Rest der Saison weiter fahren werde. Meine Formel-1-Laufbahn besteht nicht aus einem einzelnen Rennen, letztlich auch nicht nur aus diesem Jahr. Für mich geht es darum, aus der gegebenen Situation das Beste zu machen, jede Chance zu nutzen, noch mehr dazu zu lernen - mit Blick auf die Zukunft." Dass es, was ihn angeht, zu keinen weiteren Wechseln bei HRT mehr kommen werde, da ist er sehr zuversichtlich, "auch wenn es natürlich in der Formel 1 nie für irgendetwas hundertprozentige Garantien gibt."
Gegen Sakon Yamamoto, der in England in seinem Auto saß, hegt er keinen Groll: "Dass jeder jede Chance ergreift, die sich ihm bietet, das ist doch normal. Außerdem bringt schlechte Stimmung doch in keiner Richtung etwas." Die im Team sei auch sehr gut, "alle haben sich gefreut, dass ich wieder zurück bin, da ist alles in Ordnung."
Auf Hockenheim hat er sich mit zwei Kart-Tagen auf der Privatstrecke von Sete Gibernau bei Girona vorbereitet: "Sete ist mit Xavi Pujolar, meinem Renningenieur, sehr gut befreundet, da war ich ja vor dem Spanien-GP schon mal, nur hat es damals ständig geregnet. Diesmal war das Wetter gut, und ich konnte mich wieder richtig gut einschießen, Reflexe trainieren, nach drei Wochen Pause", grinste er ein bisschen...
Für Hockenheim erwartet er wieder ein schwieriges Rennen, obwohl in Hockenheim Downforce nicht ganz so wichtig ist wie zuletzt in Silverstone. "Weil Virgin ja jetzt auch noch mal Updates hat, haben wir kaum noch Chancen, da wirklich dranzukommen. Wir haben zwar auch ein paar Kleinigkeiten, aber eben noch nichts in Sachen Aerodynamik, da kommt frühestens etwas nach der Sommerpause." Was ihn freut: Der neue Tank, mit dem HRT in Silverstone unterwegs war, hat dort perfekt funktioniert, "und das ist in Sachen Fliehkräfte eine der kritischsten Strecken. Da sollte also eigentlich nichts mehr passieren."

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