2010 ist ein Jahr, in dem es für Virgin Racing nur darum geht, zu überleben, meint der ehemalige Formel-1-Teamchef Eddie Jordan. Schafft das Team das, könnte man 2011 dann darauf schauen, Fortschritte zu machen. Aufgrund zahlreicher technischer Probleme war die Entwicklungsarbeit des Rennstalls in dieser Saison bislang stark eingeschränkt, auch wenn man mittlerweile dabei ist, Upgrades ans Auto zu bringen - in Silverstone soll ein nächster Entwicklungsschritt kommen. Jordan warnte davor, ungeduldig mit dem Formel-1-Neuling zu werden.

"Die Leute haben jetzt noch Nachsicht mit Virgin, sie sehen ein, wie schwierig die Aufgabe ist, aber nichtsdestotrotz sind die Leute ungeduldig. Sie haben eine gewisse Bandbreite an Verständnis, aber es lastet viel Druck auf dem Team. Sie sind jetzt nicht nahe genug dran, aber man muss positiv sein und das Team unterstützen", sagte Jordan der Yorkshire Post. Er konnte nur betonen, wie wichtig die neuen Teams für die Formel 1 sind, deswegen ärgert es ihn auch, wenn sie als B-Teams bezeichnet werden. "Sie verdienen es, dabei zu sein. Sie haben die Kriterien erfüllt und wurden von der FIA angenommen.

Die Uhr lügt nicht

Dennoch konnte Jordan nicht verneinen, dass Nick Wirth und Co eine große Aufgabe vor sich haben. Es gelte zu zeigen, dass das Auto weiterentwickelt wird, denn die Aufzeichnungen und Stoppuhren lügen im Endeffekt nicht. "Virgin ist nicht bei der Pace. So gerne ich sie auch Erfolg haben sehen würde, sie müssen zulegen und näher an das Verfolgerfeld herankommen", sagte er. Das Wichtigste für Jordan ist aber im Moment, dass Virgin überlebt. Denn er macht sich Sorgen wegen der Sponsoren, Teamchef John Booth und das Team hätten da sicher einen harten Kampf vor sich.

"Wie lang wird Sir Richard Branson dabei bleiben? Er ist einer der der wichtigsten Unternehmer Großbritanniens, eigentlich sogar auf der Welt, aber sie scheinen keine neuen Sponsoren anlocken zu können. Ich weiß, wie schwer das ist, ich war an diesem Punkt und hoffen wir, dass sie große Sponsoren bringen. Sie müssen den zehnten Konstrukteurs-Rang erreichen. Wenn sie das nicht schaffen, hat das Team diesen Winter eine schwere, schwere Last zu tragen", meinte Jordan. Sollte man es bis ins nächste Jahr schaffen, würde sich dann aber niemand mehr an die Probleme aus dieser Saison erinnern. "Ich werde oft gefragt, was meine beste Leistung in der Formel 1 war und man erwartet, dass ich mich an den Doppelsieg in Spa erinnere. Aber das ist es nicht. Der größte Erfolg in der Formel 1 war das Überleben", sagte Jordan.