Gespannt hatte die versammelte Pressemeute darauf gewartet, wie denn das Urteil von Red Bull zum eigenen F-Kanal nach den Freitagstrainings ausfallen würde. Sebastian Vettel hatte das System nicht schlecht erlebt. "Heute Morgen war es nicht ganz so wie erwartet und zwischen erstem und zweitem Training ist nicht viel Zeit. Heute Nachmittag war es dann einen Tick besser. Ob er drin bleibt oder nicht, kann ich aber nicht bestätigen", erklärte der Deutsche.

Insgesamt war Vettel sowieso zufrieden, das Auto hatte sich mit viel und etwas weniger Benzin gut angefühlt und er sah das Kräfteverhältnis ähnlich wie in Kanada. "In Kanada waren wir recht eng beisammen, auch hier sieht es eng aus. Am Nachmittag hat sich McLaren etwas schwerer getan, aber abschreiben darf man sie nicht. Ich denke, die kommen morgen auf jeden Fall zurück. Es wird spannend. Ich denke, Ferrari ist dabei und Mercedes ist auch nicht so weit weg. Es scheint enger zu sein als erwartet und das ist positiv für uns, denn wir wissen, dass es auf dieser Strecke für uns etwas schwieriger wird", sagte Vettel.

Auch keine Sorgen mehr hatte der Red-Bull-Pilot wegen des Getriebes. Alle Diagnosen seit Kanada hatten gezeigt, dass es keine Folgeschäden gab und es funktioniert. "Deswegen sollten wir keine Strafe kriegen." Fernando Alonsos Bestzeit im zweiten Training hielt Vettel nicht für Taktik zur Unterhaltung der Fans. "Wenn man die Saison-Trainings analysiert und die Freitags-Benzinmengen erahnt, so sieht man, dass Ferrari zu Beginn an den Freitagen schwer unterwegs war und bei den letzten Rennen etwas leichter. Trotzdem glaube ich, das ist nicht viel. Die Teams, die vorne sind, haben da vielleicht zehn Kilo rauf oder runter und dann hängt es noch davon ab, wann man mit welchem Reifen draußen war. Das sind dann vielleicht drei Zehntel auf oder ab."