Hart gegen weich lautete am Sonntag das Duell in Kanada und Red Bull sieht sich mit den harten Reifen auf dem richtigen Gummi für den Rennstart. McLaren hat auf den weicheren Option-Reifen gesetzt, der Lewis Hamilton im Qualifying wohl die Pole brachte, im Rennen aber nach nur wenigen Runden kaputt sein könnte. Daher konnten Mark Webber und Sebastian Vettel auch einigermaßen damit leben, dass die Pole-Serie von Red Bull in dieser Saison zu Ende gegangen ist.

"Wir dachten, wir könnten im Qualifying mit dem harten Reifen einen guten Job abliefern und das war auch so. Wir wussten, wir hatten nach wie vor eine Chance auf die erste Reihe, aber wir wussten ebenfalls, dass die McLaren sehr stark auf dem Option-Reifen sind, den sie gewählt haben", sagte Webber. Er ging davon aus, dass die Reifenwahl sein Team eigentlich bevorzugen sollte, allerdings kennt der Australier die Natur des Circuit Gilles Villeneuve. "Es könnte hier und da ein Safety Car geben - es gibt viele Wege, wie sich das Rennen morgen entwickeln kann. Wir sind bei unseren Stärken geblieben, haben toll gearbeitet und Seb und ich sind wieder in den Top Drei."

Vettels unpassendes Timing

Vettel musste allerdings lange zittern, ob er es in die Top Drei schaffen würde. Denn die härteren Reifen brauchen eine Zeit, um warm zu werden. "Das wussten wir und ehrlich gesagt hatte ich bis zur letzten Runde keinen sauberen Umlauf. Das war also nicht das perfekte Timing, aber es funktionierte. Meine letzte Runde war nicht so sauber, also freue ich mich, dass ich heute Dritter geworden bin; das ist gut", sagte der Deutsche. Denn beim Start wird er auf der sauberen Seite stehen und die innere Linie haben. "Ich freue mich, dass Mark und ich diese Positionen mit dem aus meiner Sicht richtigen Reifen geholt haben. Das Training gestern hat gezeigt, dass der weiche Reifen nur schwer länger als ein paar Runden hält."

Teamchef Christian Horner war nicht nur deswegen zufrieden, weil seine Piloten trotz der anderen Strategie-Wahl weit vorne starten. Red Bull war vor dem Wochenende nicht davon ausgegangen, dass der Circuit Gilles Villeneuve unbedingt zu den Schokoladen-Strecken des Teams gehören wird. "Dass wir jetzt also Zweiter und Dritter sind, ist ein wirklich starkes Team-Ergebnis", meinte Horner.