Nach einem recht enttäuschenden Jubiläums-Wochenende in der Türkei, das Team feierte seinen 800. Grand Prix, hofft Ferrari darauf, dass sein geplantes Update für Valencia in rund einem Monat wieder einen Sprung nach vorne ermöglichen wird. Teamchef Stefano Domenicali gab nach den Plätzen sieben und acht in Istanbul zu, dass bei der Entwicklung nicht genug getan worden war und man in dieser Richtung besser werden muss. "Sicher haben wir viel in das neue System mit dem Heckflügel [F-Kanal] investiert, aber das ist nicht genug und es ist noch nicht perfekt", erklärte er.
Er versprach, in Valencia werde ein großes Update kommen, bei dem viele neue Teile auf das Auto wandern werden. "Es stimmt aber, jene Teile, die wir schon eingesetzt haben, waren nicht genug, um mit dem Entwicklungs-Tempo mitzuhalten, das die anderen großen Teams gezeigt haben." Es müsse mehr gefunden werden, denn Ferrari sei noch nicht bereit, nach sechs oder sieben Rennen die Saison abzuschreiben, fügte er hinzu. "Zwei Drittel der Weltmeisterschaft sind noch offen. Wir haben gesehen, dass alles passieren kann und wir haben erlebt, wie sich in den Rennen unterschiedliche Situation ergeben können."
Keine Depression
Daher war es für Domenicali wichtig, das Wochenende produktiv zu betrachten, also zu reagieren und nicht in Depression zu verfallen. "Depression ist für Leute, die nicht jene Ziele erreichen wollen, die wir zu Beginn gesteckt haben. Das ist die Atmosphäre, die wir in Maranello leben müssen", betonte er. Das Problem ist momentan das gleiche wie schon früher: der Abtrieb fehlt im Vergleich zur Konkurrenz. Deswegen dürfe man sich auch nicht zufriedengeben, sondern müsse reagieren und verstehen, warum aus der Aerodynamik-Abteilung nicht jene Dinge kamen, die kommen sollten. "Es geht aber nicht darum, enttäuscht oder nicht enttäuscht zu sein. Wir müssen sicherstellen, dass das Team hart arbeitet und sofort reagiert. Die Zeit ist da, das ist nicht das Problem."
Angesichts der Ressourcenbeschränkung, die ab dem kommenden Jahr noch stärker greifen wird, steht Ferrari, wie die anderen großen Teams, vor dem Problem, abspecken zu müssen. "Das ist eine der Herausforderungen für das nächste Jahr. Das ist nie leicht, aber wir müssen das tun, da es etwas ist, dem wir zugestimmt haben", erklärte Domenicali. Für den Moment ist dem Teamchef aber klar, dass bei der Entwicklung etwas aggressiver zu Werke gegangen werden muss, damit Leistung gefunden wird. "Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass die anderen Probleme haben, damit wir gewinnen. Das ist nicht die Philosophie, die wir hier wollen. Wir müssen Leistung am Auto finden."

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