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FIA untersucht Flörsch-Unfall in Macau: Organisationsfehler?

Die FIA schaltet sich nach dem schweren Crash von Sophia Flörsch in Macau ein. Eine Fahrer-Aussage könnte den Grund erklären, der zum Abflug führte.
von Robert Seiwert & Arno Wester
Sophia Flörsch: Unfall-Video aus anderer Perspektive: (01:40 Min.)

Der schwere Rennunfall beim 65. GP von Macau, bei dem zwei Piloten, zwei Fotografen und ein Streckenmarschall zum Teil schwer verletzt wurden, wird vom Automobil-Weltverband FIA untersucht. Das hat ein FIA-Mitarbeiter gegenüber Motorsport-Magazin.com bestätigt.

Dabei wird auch eine wichtige Aussage von Guan Yu Zhou, dem Prema-Teamkollegen von Mick Schumacher, geklärt werden müssen. Der Chinese, der beim Crash direkt hinter Sophia Flörsch fuhr, behauptet, gelbe Warnlampen auf der langen Geraden vor der Lisboa-Kurve gesehen zu haben.

"Ich denke, das war ein Organisationsfehler. Sophia war sehr nahe an Jehan Daruvala dran und als der früh bremste, hatte sie keine Zeit zu reagieren", erklärte Zhou. "Sie hat mit ihrem Auto den rechten Hinterreifen von Jehans Auto getroffen, und wurde in die Luft geschleudert - bis in den Fangzaun der Lisboa-Kurve."

Jean Todt schaltet sich ein

"Nach dem schweren Unfall heute in Macau ist die FIA mobilisiert, den Involvierten zu helfen und zu analysieren, was passiert ist", bestätigte später FIA-Präsident Jean Todt in einem Statement. "Wir werden die Situation überwachen und die nötigen Schlussfolgerungen ziehen. All meine Gedanken sind bei Sophia Flörsch und den anderen Verletzten. Ich wünsche ihnen eine sichere Genesung."

Crash mit 276,2 km/h

Bei dem unfreiwilligen Flug nahm Flörsch noch den Dallara-Toyota des Japaners Sho Tsuboi als Sprungbrett und sie durchbrach anschließend mit ihrem Rennwagen wegen der noch sehr hohen Geschwindigkeit und der großen Wucht des Aufpralls den stabilen Sicherheitszaun. Laut offizieller Zeitnahme war Flörsch nur wenige Meter vor der Anbremszone der Lisboa-Kurve mit 276,2 km/h Topspeed gemessen worden.

Ein Bulletin der Rennkommissare des Automobil-Weltverband FIA in Macao besagt, dass es bezüglich der Kollision keine Schuldzuweisung und deshalb auch keine Strafe an einen der beteiligten Fahrer gegeben hätte.

"Wir müssen uns bei den Engeln bedanken, die sie (Sophia Flörsch) heute bei sich hatte, und auch für die fantastische Kraft ihres Dallara-Rennwagens, sagte Flörschs Teamchef Frits van Amersfoort, dessen niederländisches Team Mick Schumacher während dessen Formel-4-Karriere betreut hat.


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