Immer wenn Mattias Ekström in der Vergangenheit nach Brands Hatch reiste, hatte er ein gutes Gefühl. Die Strecke machte ihm Spaß, obwohl sie die kürzeste im Rennkalender ist, und das Auto funktionierte ebenfalls gut. Genauso wünscht er es sich auch für den siebten Saisonlauf am kommenden Wochenende. Denn für Ekström zählt vor allem eines: Ein gutes Ergebnis mit möglichst vielen Punkten.
"Mein Ziel vor Saisonbeginn war, dass ich jedes Rennwochenende so gut vorbereitet wie möglich angehen wollte", erzählt er. Er wolle am Freitag mit guten Gefühlen anreisen, am Samstag und Sonntag das Maximum an Leistung aus sich herausholen und eine fehlerfreie, konstante Fahrt bieten. Damit ist sein Zauberwort gefallen: Konstanz. Diese soll ihm im Titelkampf gegen seinen Audi-Kollegen Timo Scheider sowie die Mercedes-Fahrer Gary Paffett und Bruno Spengler den entscheidenden Vorteil bringen. Vor Brands Hatch trennen das Quartett neun Punkte.
Keine unnötigen Risiken
"Ich möchte wieder eine konstante Leistung zeigen und auf dem Podium stehen", sagt Ekström. Der Titelkampf gegen einen Markenkollegen ist nichts Neues für ihn. Er hat das 2007 bereits mit Martin Tomczyk erlebt und das Duell für sich entschieden. "Beim Teamkollegen weiß man, dass man aufgrund der eigenen Leistung vorne ist", erklärt der Schwede. Intern würden alle gleich behandelt, beide hätten die gleichen Voraussetzungen und das gleiche Material. Bei einem Markenkonkurrenten müsse man mehr aufpassen, mehr Risiko eingehen.
Genau das steht bei ihm aber nicht auf der Tagesordnung: "In dieser Saison gehe ich nicht jedes Risiko für einen Sieg ein", betont Ekström. "Wenn Paul di Resta ein Rennen anführen sollte und ich dahinter auf Platz 2 läge und schneller wäre, würde ich kein Risiko eingehen, um ihn zu überholen." Denn di Resta sei kein Titelkandidat. "Ich würde nur gegen einen Meisterschaftskandidaten hart und mit mehr Risiko in ein Überholmanöver gehen. Für mich ist ein einzelner Sieg nicht wichtig, für mich zählt nur die Meisterschaft."
Konstanz gegen Rennsiege

In dieser liegt er einen Punkt hinter Timo Scheider. Im Durchschnitt, so rechnet Ekström vor, brauche er 7 Punkte oder einen 2,5. Platz in jedem Rennen, um den Titel zu gewinnen. In den ausstehenden vier Rennen sieht er derzeit ein Quartett mit Titelchancen. "Aber es ist noch nichts entschieden. Nach Brands Hatch sehen wir, ob noch jemand dazu kommt." Oder schon der erste Kandidat wegfällt.
Einen Ausfall oder ein schlechtes Ergebnis kann sich keiner erlauben. "In der DTM liegen alle eng zusammen. Wenn man alles perfekt hinbekommt, kann man gewinnen, aber ich bin auch auf meine Leistung stolz, wenn ich alles richtig gemacht und trotzdem nicht gewonnen habe." So lange dabei ein gutes Ergebnis, etwa ein Podestplatz herausspringt. "Das Schöne an der DTM ist: Konstanz macht den Meister", sagt Ekström und fügt überzeugt hinzu: "Wenn ich am Ende ohne einen Sieg Meister werden sollte, würde ich nur lachen und sagen: Das war ein lustiges Jahr. Dann war die Konstanz entscheidend, nicht die Rennsiege."



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