Im vergangenen Jahr war Paul di Resta im 2005er-Mercedes kein Startplatz an der Zandvoorter Spitze vergönnt - woraufhin der Schotte die Tücken der engen ersten Kurve kennen lernte. Und auch angekommen im Neuwagen muss sich di Resta mit einem Platz im vorderen Mittelfeld begnügen. Ob er es beim Start umso ruhiger angehen lässt? "Im letzten Jahr ist es hier in der ersten Kurve nicht optimal für mich gelaufen, aber das ändert morgen nichts an meiner Vorgehensweise. Stattdessen werde ich am Start angreifen", kündigt der Lausitzring-Sieger an - und spricht durchaus stellvertretend für seine Teamkollegen:

Auch der fünftplatzierte Bruno Spengler, der auf seiner fliegenden Runde einen Verbremser zu beklagen hatte, sowie Bernd Schneider, der sich von der Konkurrenz aufgehalten sah, haben Nachholbedarf. "Die Audi-Zeiten im Qualifying haben mich nicht wirklich überrascht. Dass wir zehn Kilogramm schwerer waren als die Audis, hat es uns heute nicht leicht gemacht", stellte auch die viertplatzierte HWA-Speerspitze Jamie Green gegenüber der adrivo Sportpresse mit Blick auf einen ungewohnten Stand der Gewichtstabelle fest - während Paul di Resta freimütig gesteht: "Im Qualifying hätten wir einen besseren Job machen müssen. Wir müssen die Ausgangsposition positiv sehen, denn gestern hatten wir einige gute Long-Runs. Von Platz sieben sollte ein Podestplatz noch möglich sein."

Einen Podestplatz hat sich auch Green als zurzeit ärgster Verfolger des Meisterschaftsführenden Timo Scheider zum Ziel gesetzt: "Es ist schwierig vorherzusehen, wie schnell wir morgen sein werden. Morgen sollte der Gewichtsunterschied über die Distanz nicht so viel ausmachen - dann sind wir sicher konkurrenzfähiger." Dass ausgerechnet zum sechsten Saisonlauf ein ausgeweitetes Boxenstoppfenster eingeführt wurde, könnte den beiden britischen HWA-Zugpferden dabei durchaus zu Gute kommen.

So hoffen sowohl Green als auch di Resta zumindest vorsichtig auf ein Wiederaufleben der einst berüchtigten Rennstrategien von Gerhard Ungar. "Über die Strategie entscheidet das Team - aber ich sehe schon die Möglichkeit, dass wir uns das größere Boxenstoppfenster zu Nutze machen können", glaubt Green ebenso wie di Resta, der von Startplatz sieben aus umso mehr auf die Entscheidungen des Kommandostands setzen muss. Ohnehin sieht sich der viertplatzierte Green "nicht in einer anderen Welt" als die Audi-Piloten - die dem durchaus zustimmen: Nach dem britischen Blitzstart von Nürnberg rechnet auch Timo Scheider am Start durchaus mit Gegenwind...