Die Jahreswagen-Fahrer von Mercedes hatten nach dem Qualifying eigentlich keinen Grund zur Freude. Nicht nur die 2007er-Audi, sondern auch die ganz alten Boliden von Futurecom waren auf dem 4,307 Kilometer langen Dünenkurs von Zandvoort deutlich schneller. Auch wenn Gary Paffett mit dem gewohnten Abstand zu seinen Teamkollegen etwas weiter vorne landete - von Startplatz 13 ist am Sonntag nicht mehr viel zu holen.

"Ich kann es nicht erklären. Die Audi scheinen hier generell schneller zu sein", so die Worte des Briten. Auch wenn die Strecke heute besonders schnell gewesen sei - der Abstand nach vorne war zu groß. Vor allem Paffetts Rückstand auf seinen Landsmann Oliver Jarvis war erschreckend groß. In der selben Session, also unter vergleichbaren Bedingungen, fuhr der Audi-Pilot mehr als eine Sekunde schneller.

Mathias Lauda wollte sich nach dem Qualifying nur mit seinen Stern-Kollegen vergleichen. "Bis auf Gary habe ich alle anderen Jahreswagen hinter mir gelassen. Das ist also okay", berichtete der Österreicher gegenüber der adrivo Sportpresse. "Wir haben schon vorher gewusst, dass es nicht einfach werden würde - schon im letzten Jahr sprachen die Rundenzeiten deutlich gegen Mercedes. Wir sind einfach langsamer..."

Eigentlich konnten die Audi-Piloten heute gar nichts falsch machen. So hatten auch Markus Winkelhock und Mike Rockenfeller ihre Gegenspieler im Griff, auch wenn sie es nicht in den dritten Teil der Qualifikation schafften. "Es wäre mehr drin gewesen, aber vielleicht bin ich zu wenig Risiko eingegangen", ärgerte sich Winkelhock. "Ich wollte eine sichere Runde fahren, am Ende hat nur eine Zehntel gefehlt. Im Nachhinein ist man halt immer schlauer..."

Rockenfeller fuhr dagegen mit eher zu viel Risiko. Schon zu Beginn der zweiten Session entledigte sich der Rosberg-Pilot von unnötigem Ballast, doch die Windschnittigkeit seines A4 konnte aus dem verlorenen Heckteil keinen Profit schlagen. "In der Runde, in der ich das Heckteil verloren habe, lag ich schon um zweieinhalb Zehntelsekunden vorne, musste dann durch den Kies, bin noch eine 1:32.8 gefahren und bin dann mit beschädigtem Heck und ein wenig Wut im Bauch eine noch bessere Zeit gefahren und Zehnter geworden", stellte Rockenfeller fest.