Jack Aitken kam als Tabellen-Zweiter nach Österreich, nur zwei Punkte trennten ihn von Lucas Auer. Zwei Rennen später sieht die DTM-Welt schon ganz anders aus: 21 Punkte fehlen dem Emil-Frey-Piloten auf die Spitze in der Gesamtwertung. Jetzt muss er sich in Hockenheim vom sechsten Platz zurückkämpfen, wenn er seinen ersten DTM-Titel gewinnen möchte.

"Es ist, wie es ist. Das ist das Leben. Am Ende musst du aus deinen Fehlern lernen und das Beste daraus machen. Du darfst dir nicht zu viele Sorgen wegen Pech machen. Wir sind noch immer im Kampf um den Titel", gab sich Aitken nach dem schlechtesten Wochenende seiner Saison gefasst. Wie verlor er so viel Boden in der Meisterschaft? Aitkens Horror-Wochenende im Überblick

Samstag in Österreich: Crash von P2 ins Kies

Der Brite startete mit einem starken Qualifying ins Wochenende auf dem Red Bull Ring. Während er vom vierten Platz ins Rennen startete, mussten die restlichen Tabellen-Top-5 - Auer, Thomas Preining, Ayhancan Güven und Jordan Pepper - in der hinteren Hälfte des Felds Platz nahmen. Im Rennen verbesserte sich der Emil-Frey-Pilot auf den zweiten Platz. Mit Auer auf Platz 14 war Aitken auf dem besten Weg, eine große Punkteausbeute zu holen und die Tabellenführung zu übernehmen.

Dann passierte das erste Desaster von Aitkens Wochenende. Auf der aller letzten Runde passierte dem Briten ein Fahrfehler. Im Ausgang der achten Kurve setzte er sein rechtes Hinterrad in den Kies und erwischte eine Mulde. Sein Ferrari 296 GT3 geriet außer Kontrolle und drehte sich über den Schotter in den Reifenstapel. Aitken blieb unverletzt, ging aber ohne Podium und Punkte aus dem Samstag.

DTM-Sonntag: Reifen und Podiumschancen platzen

Aitkens Sonntag ging ähnlich gut los wie sein Samstag. In der Gesamtwertung auf P4 zurückgefallen, holte er mit einem dritten Startplatz seinen ersten Punkt beim siebten Saisonlauf. Die Freunde über eine Wendung des Glücks hielt nicht lange an.

Nur drei Runden dauerte es, bis das zweite Desaster des Wochenendes eintrat. Die im Anfangschaos abgebrochenen Teile auf der Strecke beschädigten seinen rechten Hinterreifen. Aitken musste stark verlangsamen und von Kurve vier bis an die Box hinken. Das warf den Briten ans Ende des Klassements zurück, nur Preining - ebenfalls mit einem Reifenschaden - war noch hinter ihm. Aitken konnte sich nach seinem Schaden nicht vorarbeiten, er kam über eine Minute und ohne Punkte hinter Ricardo Feller ins Ziel.

Top und Flop bei Emil Frey Racing

Als wären die Spielberg-Rennen nicht schon schlimm genug für Aitken, verzeichnete ausgerechnet sein Teamkollege Thierry Vermeulen das erfolgreichstes DTM-Wochenende seiner Saison. Der Niederländer fuhr zweimal aufs Podium und holte am Sonntag die Pole-Position. Mit 39 Punkten mehr auf seinem Konto war Vermeulen in diesem Jahr der erfolgreichste DTM-Pilot auf dem Red Bull Ring.

Ein Konkurrent um den Meisterschaftstitel ist Vermeulen aber nicht, dafür ist sein Abstand von 73 Punkten auf Lucas Auer zu groß. Eine bittere Pille ist es trotzdem für den Briten. Aitken darf sich auf dem Hockenheimring keinen Fehler erlauben, wenn er der Gewinner des hart umkämpften Titels sein möchte. In den letzten zwei Rennen sind noch 56 Punkte zu holen, zwischen P1 und P9 in der Gesamtwertung stehen nur 29 Zähler.

Nicht nur Jack Aitken hatte ein hartes Wochenende in Österreich, sondern auch Schubert Motorsport. Sie sind im Zentrum eines möglichen Teamorder-Skandals! Alle Details dazu gibt es hier: