Es war der Schock beim Samstagsrennen der DTM auf dem Red Bull Ring. Drei Kurven vor der schwarz-weiß karierten Flagge setzte Jack Aitken einen Reifen ins Kiesbett und flog vom zweiten Platz in den Reifenstapel. Wegen des Fahrfehlers verlor er nicht nur sein Podium an Marco Wittmann, sondern auch die Tabellenführung an Rene Rast, den Gewinner am Spielberg. "Ich habe einen Fehler gemacht, ich bin draußen. Es tut mir so leid, Leute", meldete sich der Brite am Funk.
Jürg Flach, Technikdirektor von Emil Frey Racing, war nach dem Rennen niedergeschlagen und ratlos: "Es wäre so eine gute Möglichkeit gewesen, um ein bisschen Abstand zu unseren Gegnern zu schaffen. Ich kann es mir einfach nicht erklären", sagte der Schweizer zu Motorsport-Magazin.com. Wäre Aitken als Zweiter über die Ziellinie gegangen, hätte er mit 169 Punkten die Gesamtwertung vor Rast angeführt. Jetzt muss er als Tabellen-Vierter mit acht Punkten Rückstand auf den BMW-Fahrer in das vorletzte Sonntagsrennen der Saison starten.
"Peinlicher" Unfall, aber Kampf geht weiter
Äußere Einflüsse für den Unfall schloss der Technikdirektor aus. Druck von hinten hatte Aitken zum Zeitpunkt des Patzers auch nicht, Wittmann fuhr mit einer Sekunde Abstand hinter ihm. Der Emil-Frey-Pilot kam in Kurve acht zu weit hinaus und erwischte eine Mulde im Kies. Sein Ferrari 296 GT3 sprang über den Kerb und drehte sich über den Schotter.
"Wir haben ihm gesagt, 'Bitte fahr das nach Hause, keine Risiken mehr, nicht mehr voll pushen'", erzählte Flach über die Momente vor dem Unfall. Der Schock und die Enttäuschung waren der Emil-Frey-Garage ins Gesicht geschrieben. Nach seinem Ausfall wollte Aitken sich gegenüber von Motorsport-Magazin.com nicht äußern.
"Es war ihm natürlich peinlich, dass ihm das passiert ist. Er weiß, dass das Team voll für ihn arbeitet und wir alles tun, was in unserer Macht liegt. Es ist extrem schade", erklärte Flach. Es ist das zweite Rennen in Folge, in dem Aitken wichtige Punkte auf der Strecke liegenließ. Auf dem Sachsenring konnte er nach einem Zusammenstoß mit Thomas Preining mit P15 nur einen Punkt über die Ziellinie retten.
Regelmäßig punkten ist in einem Kampf um den DTM-Titel ohnehin wichtig, aber wenn die Top-8 von nur 15 Punkten getrennt sind, schmerzen solche Resultate umso mehr. Für Emil Frey Racing heißt es nun aufholen. "Morgen ist ein neuer Tag. Wir müssen ein Reset machen und neu beginnen. Die Fahrermeisterschaft ist unsere Priorität, wir bleiben dran. Es ist immer noch möglich, dass wir das reißen", zeigte sich Flach motiviert.
´Das ganze Samstagsrennen gibt es im Stream von Motorsport-Magazin.com zum Nachschauen!



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